Demnach starben 23,8 Prozent der Betroffenen zu Hause, während 42,6 Prozent im Krankenhaus und 33,5 Prozent in Pflegeeinrichtungen wie Seniorenheimen verstarben. Diese Verteilung entspricht weitgehend den offiziellen Zahlen in Belgien.
Im Vergleich zu einer früheren Untersuchung aus den Jahren 2005 und 2006 ist der Anteil der Todesfälle im Krankenhaus zwar gesunken – damals lag er noch bei rund 50 Prozent. Gleichzeitig ging jedoch auch der Anteil der Menschen zurück, die zu Hause sterben: von 27 Prozent auf heute knapp 24 Prozent.
Der Rückgang hängt vor allem mit der steigenden Zahl von Todesfällen in Pflegeeinrichtungen zusammen, deren Anteil von 23 auf 33,5 Prozent gestiegen ist. Als Ursache nennt die Studie insbesondere die zunehmende Alterung der Bevölkerung. So ist der Anteil der über 85-Jährigen unter den Verstorbenen deutlich gestiegen.
Zudem haben Frauen, Alleinstehende und Personen mit erhöhtem Anspruch auf Kostenerstattung ein höheres Risiko, in einer Pflegeeinrichtung zu sterben.
Die Studie weist außerdem auf Defizite in der Palliativversorgung hin. Zwar ist der Anteil der Todesfälle auf Palliativstationen im Krankenhaus leicht gestiegen, bleibt aber insgesamt niedrig. Experten sehen darin Hinweise auf eine oft zu späte Einbindung palliativer Betreuung sowie auf einen ungleichen Zugang zu entsprechenden Angeboten.
Auch ein Bericht des Föderalen Zentrums für Gesundheitsversorgung (KCE) kommt zu ähnlichen Ergebnissen und nennt unter anderem mangelnde Angebote, persönliche Vorbehalte und Kosten als Ursachen.
„Dass nur ein kleiner Teil der Menschen im Krankenhaus auf einer Palliativstation stirbt, ist bemerkenswert“, erklärte Luc Van Gorp. Es brauche mehr Aufmerksamkeit für den Nutzen palliativer Betreuung sowie alternative Modelle außerhalb von Krankenhäusern, etwa zu Hause, in Pflegeeinrichtungen oder in spezialisierten Einrichtungen.
Zudem spricht sich die Krankenkasse für eine stärkere frühzeitige Planung der Betreuung am Lebensende aus. Dabei sollen Wünsche und Bedürfnisse der Betroffenen frühzeitig erfasst werden. (belga/rt)

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