Krankheitsbedingte Fehlzeiten erstmals seit 25 Jahren rückläufig

<p>Erstmals seit 25 Jahren gehen die krankheitsbedingten Fehlzeiten in Belgien zurück.</p>
Erstmals seit 25 Jahren gehen die krankheitsbedingten Fehlzeiten in Belgien zurück. | Illustrationsbild: picture alliance/dpa

An einem durchschnittlichen Arbeitstag waren 8,09 Prozent der Beschäftigten krankgemeldet. Im Jahr 2024 hatte der Anteil mit 8,49 Prozent noch einen Höchststand erreicht.

Vor allem die Fehlzeiten mittlerer Dauer – zwischen einem Monat und einem Jahr – gingen spürbar zurück: von 2,58 Prozent im Jahr 2024 auf 2,30 Prozent im Jahr 2025. Auch kurzfristige Abwesenheiten von bis zu einem Monat nahmen leicht ab, von 2,58 auf 2,43 Prozent.

Dagegen verharrte der langfristige Absentismus von mehr als einem Jahr mit 3,35 Prozent auf einem weiterhin historisch hohen Niveau. Die Studie basiert auf Daten von mehr als 22.000 Arbeitgebern und rund 188.000 Beschäftigten.

Laut Securex fällt der Rückgang insbesondere mit einer neuen Einladungs- und Betreuungsstrategie zusammen, die 2024 eingeführt und 2025 vollständig umgesetzt wurde. Erkrankte Arbeitnehmer werden dabei früher und häufiger kontaktiert, um Möglichkeiten einer schrittweisen Rückkehr an den Arbeitsplatz zu prüfen.

In der Praxis habe sich gezeigt, dass die Betreuung erkrankter Mitarbeiter schneller und gezielter erfolge, erklärte die HR-Beraterin Elisabeth Etter. Beschäftigte fühlten sich besser informiert und unterstützt, während Arbeitgeber verstärkt über Wiedereingliederungsmöglichkeiten nachdächten.

Der Rückgang fiel bei Arbeitern stärker aus als bei Angestellten. Experten führen dies auf unterschiedliche Ursachen zurück. Während bei Arbeitern häufiger körperliche Beschwerden eine Rolle spielen, dominieren bei Angestellten psychosoziale Probleme. Letztere erschweren oft die Rückkehr an den Arbeitsplatz, etwa im Fall von Burn-out. Darauf weist auch Gianinna Ng hin. (belga/rt)

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