Insgesamt meldeten in den ersten drei Monaten des Jahres 2026 landesweit 3.048 Unternehmen Insolvenz. Damit wurde laut Daten des Datenexperten Graydon Creditsafe ein neuer Rekord erreicht. Besonders ausgeprägt ist die Entwicklung in Flandern: Dort mussten 1.795 Betriebe ihre Tätigkeit einstellen – ein Anstieg von 6,19 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum und bereits das vierte Rekordjahr in Folge.
Auch in der Region Brüssel-Hauptstadt zeigt die Kurve nach oben. Mit 545 Insolvenzen liegt die Zahl um 4,81 Prozent höher als im ersten Quartal 2025. Allerdings bleibt sie weiterhin unter den Höchstständen, die während der Corona-Pandemie verzeichnet wurden.
Anders stellt sich die Lage in der Wallonie dar: Hier ging die Zahl der Firmenpleiten um 3,28 Prozent zurück und belief sich auf 648 Fälle.
Besonders stark betroffen bleibt der Bausektor. Mit 655 Insolvenzen entfällt der größte Anteil weiterhin auf diese Branche – auch wenn dies im Jahresvergleich einem Rückgang von gut sieben Prozent entspricht. Die sozialen Folgen sind jedoch gravierend: Allein im Baugewerbe gingen durch Unternehmensschließungen 1.070 Arbeitsplätze verloren. Das entspricht einem deutlichen Anstieg von 19,55 Prozent gegenüber dem Vorjahr und markiert ebenfalls einen Höchststand.
Ein Blick auf den Monat März zeigt, dass sich der Druck auf die Unternehmen weiter erhöht. Insgesamt mussten 1.095 Betriebe schließen, was einem Plus von 4,58 Prozent im Jahresvergleich entspricht. Auffällig ist dabei vorwiegend die Entwicklung in Brüssel: Dort stieg die Zahl der Insolvenzen im März sprunghaft um 42,5 Prozent auf 228 Fälle an.
Die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt sind spürbar: Allein im März gingen durch Firmenpleiten 2.112 Vollzeitstellen verloren. (belga/calü)

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