Neuer UN-Vertrag: Belgien will Zentrum des Ozeanschutzes werden

<p>Föderalministerin Annelies Verlinden</p>
Föderalministerin Annelies Verlinden | Foto: Photo News

Die zuständige Föderalministerin Annelies Verlinden (CD&V) will dabei die belgische Bewerbung im Detail präsentieren. Als möglicher Standort für das Sekretariat ist die Résidence Palace nahe dem EU-Viertel rund um den Place Robert Schuman vorgesehen.

Belgien setzt auf Erfahrung und Vermittlerrolle

„Belgien spielt seit Jahren eine Vorreiterrolle beim multilateralen Schutz der Ozeane und gilt international als Brückenbauer“, erklärte Verlinden im Vorfeld. Diese Position mache das Land zu einem glaubwürdigen Kandidaten für den Sitz des neuen UN-Gremiums.

In den kommenden zwei Wochen beraten die UN-Mitgliedstaaten über die konkrete Umsetzung des Abkommens, das offiziell als BBNJ-Vertrag („Biodiversity Beyond National Jurisdiction“) bezeichnet wird. Ziel ist es, den Schutz und die nachhaltige Nutzung der Meeresbiodiversität außerhalb nationaler Hoheitsgebiete zu regeln.

Zwei Drittel der Ozeane im Fokus

Der Vertrag, der Mitte Januar in Kraft trat, betrifft vor allem die Hochsee und die Tiefseegebiete – Regionen, die rund zwei Drittel der Weltmeere ausmachen und bislang keiner nationalen Kontrolle unterliegen.

Zu den zentralen Elementen gehören der Schutz sensibler Ökosysteme, die Einrichtung von Meeresschutzgebieten, Umweltverträglichkeitsprüfungen sowie Regeln für die Nutzung genetischer Ressourcen aus dem Meer. Auch die Unterstützung von Entwicklungsländern beim Aufbau von Know-how spielt eine wichtige Rolle.

Im Rennen um den Sitz des Sekretariats hat Belgien allerdings starke Konkurrenz: Auch Chile bewirbt sich – mit der Hafenstadt Valparaíso als Standort. (belga/calü)

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