Gebrauchtwagen in Belgien werden immer älter

<p>Belgische Gebrauchtwagen sind im Schnitt 9,8 Jahre alt.</p>
Belgische Gebrauchtwagen sind im Schnitt 9,8 Jahre alt. | Foto: picture alliance/dpa

Der Trend zeigt: Der Gebrauchtwagenmarkt altert – bleibt aber gleichzeitig robust. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 855.169 Car-Pass-Dokumente ausgestellt, ein deutliches Zeichen für die anhaltend hohe Nachfrage nach Occasionen.

Neben dem Alter steigt auch die durchschnittliche Laufleistung: Fahrzeuge, die 2025 verkauft wurden, hatten im Schnitt 107.127 Kilometer auf dem Tacho. Der Anteil importierter Fahrzeuge lag bei 12,7 Prozent.

Auffällig ist zudem ein Sicherheitsaspekt: 13,2 Prozent der ausgestellten Car-Pässe wiesen mindestens eine offene Rückrufaktion auf – ein Hinweis darauf, dass Käufer genau hinschauen sollten.

Rekordzahlen dank vernetzter Autos

Car-Pass verarbeitete im vergangenen Jahr rund 22,98 Millionen Kilometerstände – so viele wie noch nie. Ein wesentlicher Treiber sind vernetzte Fahrzeuge: Allein aus diesem Bereich wurden über 5,16 Millionen Datenpunkte von mehr als 40 Marken übermittelt.

Erstmals flossen auch Daten chinesischer Hersteller wie BYD, XPENG, Leapmotor, Omoda und Jaecoo ein. Auf europäischer Ebene wird derzeit darüber diskutiert, Autohersteller grundsätzlich zur Weitergabe solcher Daten zu verpflichten.

Weniger Betrug – aber nicht verschwunden

Trotz besserer Kontrolle bleibt Tachobetrug ein Thema. 2025 wurden in Belgien 1.466 Fälle registriert. Während der Anteil bei inländischen Verkäufen relativ gering bleibt (0,12 Prozent), ist er bei importierten Fahrzeugen deutlich höher (0,50 Prozent).

Besonders drastisch: In Betrugsfällen wurde der Kilometerstand im Schnitt um fast 80.000 Kilometer reduziert. Ein Extrembeispiel war eine Mercedes E-Klasse aus dem Jahr 2010, bei der der Tacho um ganze 370.000 Kilometer zurückgedreht wurde.

Wunsch nach mehr Transparenz

Für Michel Peelman zeigt die Entwicklung vor allem eines: „Wir stellen fest, dass es bei den Verbrauchern ein großes Bedürfnis nach transparenten Informationen über Gebrauchtwagen gibt.“

Künftig will Car-Pass deshalb zusätzliche Daten integrieren – etwa den Zustand der Batterie bei Elektrofahrzeugen. Gleichzeitig beobachtet die Organisation aufmerksam Reformen, etwa bei der technischen Kontrolle in Flandern, um Betrug weiterhin effektiv zu verhindern. (belga/calü)

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