Hafenausbau in Antwerpen verzögert sich bis 2042

<p>Wie viel der Ausbau des Antwerpener Hafens kosten wird, ist unklar.</p>
Wie viel der Ausbau des Antwerpener Hafens kosten wird, ist unklar. | Foto: Photo News

Das Projekt sieht unter anderem ein neues Gezeitendock auf der linken Scheldeseite vor. Die Planungsphase läuft bereits seit 2016. Hintergrund sind massive Kapazitätsprobleme und Staus im Hafen, wie sie auch in anderen europäischen Häfen auftreten.

Laut aktueller Strategie sollen neue Flächen vor allem an bestehende große Terminalbetreiber vergeben werden. Kleine oder neue Marktteilnehmer haben demnach kaum Chancen. Konkret sollen die zusätzlichen Kapazitäten auf drei große Akteure verteilt werden: MPET (ein Joint Venture von MSC und PSA), PSA sowie DP World. Jeder dieser Betreiber könnte zwei zusätzliche Liegeplätze erhalten.

Ein Teil der Planung sieht vor, dass DP World zusätzliche Flächen am Deurganckdock erhält – möglicherweise auch im Zusammenhang mit einem laufenden Rechtsstreit mit dem belgischen Staat. In diesem Streit hatte ein internationales Schiedsgericht Belgien 2024 zu einer Zahlung von 41,3 Millionen Euro verurteilt. Eine Einigung wird bis April 2026 angestrebt.

Die Gesamtkosten des Projekts sind noch unklar. Die flämische Regierung stellt rund zwei Milliarden Euro bereit, das Hafenunternehmen plant zusätzlich etwa eine Milliarde Euro ein (jeweils ohne Mehrwertsteuer). Die Verzögerungen sind unter anderem auf ein neu aufgesetztes Planungsverfahren („komplexes Projekt“), Umweltprobleme wie PFAS sowie umfangreiche Abstimmungen mit Beteiligten zurückzuführen.

Parallel dazu gibt es einen Vorschlag des Unternehmers Fernand Huts (Katoen Natie), ein bestehendes Dock selbst auszubauen. Das Hafenunternehmen betrachtet diesen Plan jedoch nur als Ergänzung, nicht als Alternative.

Verhandlungen mit den Terminalbetreibern sollen ab Ende 2026 beginnen. Baubeginn wäre frühestens 2028, mit einer Bauzeit von mindestens sechs Jahren. (belga/gz)

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