Lüttich verliert Rennen: EU-Zollbehörde geht nach Lille

<p>Ein Blick von oben auf die Stadt Lüttich</p>
Ein Blick von oben auf die Stadt Lüttich | Foto: belga

Insgesamt neun Städte hatten sich um den Standort der sogenannten EU-Zollbehörde (EUCA) beworben. Neben Lüttich gehörten unter anderem Den Haag, Málaga, Warschau und Bukarest zu den Kandidaten. Am Ende setzte sich Lille gegen Rom durch, das ebenfalls zu den Finalisten zählte.

Die Auswahl erfolgte in einem gemeinsamen Verfahren von EU-Mitgliedstaaten und dem Europäischen Parlament. Beide Institutionen hatten Lille und Rom in die engere Wahl genommen. Erst nach drei Abstimmungsrunden fiel die endgültige Entscheidung zugunsten der nordfranzösischen Stadt.

Lüttich war bereits zuvor aus dem Rennen ausgeschieden – ein Rückschlag für die belgische Bewerbung, die auf starke Argumente setzte. Neben ihrer zentralen Lage und logistischen Infrastruktur hatte die Stadt insbesondere ihre Nähe zur Universität Lüttich hervorgehoben, die europaweit als Referenz im Zollrecht gilt.

Trotz der Niederlage zieht die wallonische Regierung eine positive Bilanz. Der wallonische Wirtschaftsminister Pierre-Yves Jeholet (MR) betonte, dass die Kandidatur internationale Aufmerksamkeit für die Region gebracht habe. „Belgien hat diese Bewerbung geschlossen, klar und kohärent vertreten. Diese Glaubwürdigkeit ist eine solide Grundlage für zukünftige europäische Chancen“, erklärte er.

Die neue EU-Zollbehörde entsteht im Zuge der Reform der Zollunion. Ihre Aufgabe wird es sein, Importdaten zentral zu bündeln, Betrugsfälle schneller zu erkennen und die Zusammenarbeit der nationalen Zollbehörden zu verbessern. Rund 250 Mitarbeiter sollen künftig für die Behörde tätig sein.

Der Standort Lille wird nun in die laufenden Verhandlungen zur Reform des EU-Zollsystems integriert. Auch der genaue Starttermin der neuen Behörde steht noch aus. (belga/calü)

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