Im Januar 2026 lag der durchschnittliche Zinssatz auf Sparguthaben in Belgien bei 0,7 Prozent. Damit bleibt das Niveau klar unter jenem in Luxemburg (1,72 Prozent), Frankreich (1,55 Prozent) und den Niederlanden (1,23 Prozent). Lediglich Deutschland weist mit 0,68 Prozent einen ähnlich niedrigen Wert auf.
Auch bei Termineinlagen schneiden belgische Banken schlechter ab. Die durchschnittlichen Zinssätze für Laufzeiten zwischen ein und zwei Jahren (1,68 Prozent) sowie über zwei Jahre (2,27 Prozent) liegen unter jenen aller Nachbarländer. Zudem ist die Besteuerung dieser Produkte in Belgien höher.
Das Argument, niedrigere Sparzinsen würden durch günstigere Kredite ausgeglichen, trifft laut Dor nur teilweise zu. Hypothekenkredite sind mit durchschnittlich 3,45 Prozent zwar günstiger als in Deutschland (3,76 Prozent) und den Niederlanden (3,51 Prozent), aber teurer als in Frankreich (3,03 Prozent) und Luxemburg (3,31 Prozent).
Bei Konsumkrediten liegt Belgien hingegen unter dem Niveau vieler Euro-Länder. Mit durchschnittlich 5,8 Prozent sind diese teurer als in Luxemburg (3,89 Prozent), aber günstiger als in Deutschland (8,09 Prozent) und Frankreich (6,39 Prozent).
Auffällig ist zudem die hohe Rentabilität der Banken in Belgien. Große Institute erzielten zuletzt eine Eigenkapitalrendite von 10,72 Prozent, kleinere Banken sogar von 13,46 Prozent.
Trotz erwarteter Zinserhöhungen durch die Europäische Zentralbank dürfte die Kaufkraft der Ersparnisse weiter sinken, da die Zinsen unter der Inflationsrate bleiben. Zudem hätten sich belgische Banken zuletzt zurückhaltend gezeigt, ihre Sparzinsen anzuheben – im Gegensatz zu vielen Instituten im Ausland. (belga/rt)

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