Voka fordert Indexsprung wegen steigender Energiepreise

<p>Die Forderung nach einem Indexsprung sorgt in Belgien für politische Spannungen zwischen Arbeitgebern und Regierungsparteien.</p>
Die Forderung nach einem Indexsprung sorgt in Belgien für politische Spannungen zwischen Arbeitgebern und Regierungsparteien. | Foto: belga

Politisch stößt der Vorschlag jedoch auf breite Ablehnung. Neben Vooruit und CD&V hat nun auch der MR den Vorstoß klar zurückgewiesen. Parteichef Georges-Louis Bouchez erklärte, ein Indexsprung komme nicht infrage. Gleichzeitig sprach er sich dafür aus, die Steuerlast zu senken und regulatorische Hürden für Unternehmen zu überprüfen.

Hintergrund der Forderung ist die angespannte Lage im Nahen Osten, die zu steigenden Energiepreisen und damit zu höherer Inflation führt. Nach Einschätzung von Voka drohen die Unternehmen die Hauptlast dieser Entwicklung zu tragen, da die Löhne in Belgien automatisch an die Teuerung gekoppelt sind.

Konkret schlägt der Arbeitgeberverband vor, bei der nächsten Lohnanpassung die ersten zwei Prozent der Erhöhung auszusetzen. Die Umsetzung soll sektorspezifisch erfolgen.

Voka warnt vor wirtschaftlichen Folgen ohne Entlastung, darunter steigende Insolvenzen und mögliche Entlassungen. Die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen sei entscheidend für die Sicherung der Kaufkraft.

Die Gegner des Vorschlags sehen dies anders. Vooruit-Vorsitzender Conner Rousseau bezeichnete die automatische Indexierung als wichtigen Schutz vor steigenden Preisen. CD&V-Chef Sammy Mahdi kritisierte, ein Eingriff würde Arbeitnehmern und Rentnern Geld entziehen.

Die föderale Regierung hält grundsätzlich an der automatischen Indexierung fest, hat jedoch für die Jahre 2026 und 2028 eine Begrenzung für höhere Einkommen vorgesehen, um die Lohnkosten zu dämpfen. (belga/rt)

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