Zum 100. Geburtstag: Belgien ehrt André Delvaux, den Vater des modernen Kinos

<p>Neben seinem künstlerischen Schaffen leistete André Delvaux einen fundamentalen Beitrag zur Ausbildung künftiger Generationen, indem er 1962 die renommierte Filmhochschule INSAS in Brüssel mitbegründete.</p>
Neben seinem künstlerischen Schaffen leistete André Delvaux einen fundamentalen Beitrag zur Ausbildung künftiger Generationen, indem er 1962 die renommierte Filmhochschule INSAS in Brüssel mitbegründete. | Foto: belga

Nach seinem Studium der germanischen Philologie und Rechtswissenschaften an der Université libre de Bruxelles (ULB) fand Delvaux über seine Leidenschaft für die Musik den Weg zum Film, als er begann, Stummfilme am Klavier zu begleiten. Später arbeitete er als Sprachlehrer und gründete eine Filmklasse, in der er gemeinsam mit seinen Schülern erste Regieerfahrungen sammelte. Es folgten zahlreiche Kurzfilme und die Zusammenarbeit mit dem Fernsehen, wobei er sich zunächst auf Dokumentarprojekte konzentrierte, bevor er mit „Le Temps des écoliers“ den Schritt zum Spielfilm wagte.

Im Laufe seiner Karriere entwickelte Delvaux eine bildgewaltige Sprache, die oft mit dem „magischen Realismus“ assoziiert wird. Zu seinen bedeutendsten Werken zählen „Der Mann mit dem rasierten Schädel“ (1965) und „Ein Abend... ein Zug“ (1968, mit Yves Montand), die dem belgischen Kino zu internationaler Anerkennung verhalfen. Durch die Verfilmung zahlreicher Romane belgischer Autoren trug er zudem maßgeblich zur Verbreitung der heimischen Literatur bei.

Neben seinem künstlerischen Schaffen leistete Delvaux einen fundamentalen Beitrag zur Ausbildung künftiger Generationen, indem er 1962 die renommierte Filmhochschule INSAS in Brüssel mitbegründete. André Delvaux verstarb 2002 in Valencia, hinterlässt jedoch ein Werk, das bis heute Generationen von Filmemachern inspiriert. (belga/ag)

Kommentare

Kommentar verfassen

0 Comment