Die Untersuchung von Transaktionsdaten von rund 270.000 Kunden im Jahr 2024 verdeutlicht die finanzielle Lücke im Alter. Demnach gibt die Hälfte der Rentner etwa 30 Prozent mehr aus, als ihr gesetzlicher Rentenanspruch abdeckt. Um diese Differenz, die durchschnittlich rund 600 Euro pro Monat beträgt, auszugleichen, greifen die Senioren verstärkt auf private Ersparnisse, Kapitalanlagen oder Zusatzversicherungen wie Gruppenversicherungen zurück.
Dabei identifiziert Belfius drei markante Konsumphasen im Ruhestand. In der ersten, sogenannten aktiven Phase direkt nach dem Arbeitsleben, liegen die Ausgaben besonders hoch, da Rentner vermehrt in Reisen und Freizeitaktivitäten investieren. Es folgt eine Phase, in der das Augenmerk stärker auf das Wohnen und den täglichen Komfort gelegt wird, bevor in der dritten Phase die Kosten für medizinische Unterstützung und Gesundheit dominieren.
Auch regionale Unterschiede beim durchschnittlichen Gesamteinkommen, das neben der Rente auch Zusatzbezüge umfasst, wurden deutlich. Während das Einkommen in Flandern durchschnittlich bei 2.723 Euro liegt, folgen die Wallonie mit 2.717 Euro und Brüssel mit 2.616 Euro knapp dahinter. Da die durchschnittlichen monatlichen Ausgaben landesweit zwischen 2.438 und 2.515 Euro liegen, zeigt die Studie eindringlich, dass ein gewohnter Lebensstandard ohne private Vorsorge für die meisten Belgier kaum zu halten wäre. (belga/ag)

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