Insgesamt gingen 2025 genau 10.670 Anrufe ein – ein Anstieg um elf Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auch die Zahl der gemeldeten Personen nahm zu und lag bei 14.865, was einem Plus von zwölf Prozent entspricht. Seit der Einführung der Hotline im Jahr 2012 steigen die Zahlen kontinuierlich.
Die Anlaufstelle richtet sich an Menschen, die mit Gewalt, Missbrauch oder Vernachlässigung konfrontiert sind – insbesondere wenn Kinder betroffen sind. Mehr als sechs von zehn Anfragen betrafen Minderjährige. Innerhalb dieser Gruppe ging es häufig um Kinder unter zwölf Jahren, darunter auch ungeborene Kinder.
Auffällig ist, dass nur ein kleiner Teil der Anrufer selbst minderjährig ist. Lediglich neun Prozent der Kontakte stammen von Kindern oder Jugendlichen. In den meisten Fällen melden sich Angehörige oder Personen aus dem Umfeld der Betroffenen. Nur selten nehmen auch mutmaßliche Täter oder deren Umfeld Kontakt auf.
Der Großteil der Meldungen betrifft Kindesmisshandlung. Sie machen rund 58 Prozent der Fälle aus. Dahinter folgen häusliche Gewalt (15 Prozent) sowie Gewalt zwischen Erwachsenen außerhalb des familiären Umfelds (4 Prozent). In der überwiegenden Mehrheit handelt es sich um Gewalt innerhalb der Familie.
Besonders häufig wird emotionale Gewalt gemeldet, gefolgt von körperlicher und sexueller Gewalt. Auch Vernachlässigung – sowohl emotional als auch physisch – spielt eine wichtige Rolle in den gemeldeten Fällen.
Für viele Betroffene oder Hinweisgeber ist Anonymität entscheidend: Fast jeder zweite Kontakt erfolgt anonym. Die meisten wenden sich telefonisch an die Hotline (57 Prozent), während andere den Chat (28 Prozent) oder E-Mail (15 Prozent) nutzen. Drei Viertel der Anrufer sind Frauen.
Nach der ersten Kontaktaufnahme werden die Betroffenen gezielt an passende Hilfsangebote weitervermittelt. Am häufigsten erfolgt eine Weiterleitung an Polizei oder Justiz (24 Prozent), gefolgt von sozialen Diensten (16 Prozent) und Einrichtungen aus dem Bildungsbereich (14 Prozent).
Die Hotline 1712 ist an Werktagen zwischen 9 und 18 Uhr kostenlos erreichbar – telefonisch, per E-Mail oder über einen Online-Chat. (belga/calü)

Kommentare
Kommentar verfassen
0 Comment
Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren.
AnmeldenRegistrieren