Streik bei FN Herstal: Protest gegen Besuch von MR-Chef Bouchez

<p>Ein Blick von außen auf die Fabrik von FN Herstal</p>
Ein Blick von außen auf die Fabrik von FN Herstal | Foto: belga

Der Protest richtete sich gezielt gegen die Anwesenheit des liberalen Politikers. „Der Parteivorsitzende kam, um Innenminister Bernard Quintin (MR) zu begleiten. Als die Beschäftigten davon erfuhren, wollten sie ihrem Unmut Ausdruck verleihen“, erklärte Ugo Cocuzza, Vorsitzender der FGTB-Arbeitnehmerdelegation.

Während der Besuch des Innenministers für die Gewerkschaft kein Problem darstellte, stieß die Präsenz von Bouchez auf deutliche Ablehnung. Aus Sicht der FGTB ist er eine Schlüsselfigur der aktuellen Reformpolitik der Föderalregierung. „Die Früh- und Tagschichten haben deshalb um 12 Uhr die Arbeit niedergelegt. Die Spätschicht begann erst verspätet zwischen 16.30 und 20 Uhr“, so Cocuzza. Ziel sei gewesen, dass Bouchez auf eine weitgehend leere Fabrik trifft.

Kritik übte die Gewerkschaft auch an der Kommunikation rund um den Besuch. Zwar sei der Termin nicht geheim gewesen, die Teilnahme des MR-Vorsitzenden sei jedoch erst sehr spät bestätigt worden. „Ich habe der Direktion seit Monaten gesagt, dass ein solcher Besuch unter den aktuellen Umständen keine gute Idee ist. Erst am späten Montagabend wurde mir die Ankunft der beiden bestätigt“, sagte Cocuzza.

Andere Gewerkschaften beteiligten sich nicht an der Aktion und setzten stattdessen auf einen „diplomatischeren“ Ansatz. Die FGTB-Arbeitervertretung stellt allerdings die Mehrheit der Beschäftigten am Standort in der Provinz Lüttich.

Georges-Louis Bouchez selbst zeichnete nach seinem Besuch ein anderes Bild. Gegenüber der Nachrichtenagentur Belga erklärte er, er habe eine normal funktionierende Fabrik vorgefunden. „Am Eingang wurde ich von rund zwanzig Gewerkschaftsmitgliedern empfangen, aber im Inneren lief alles wie gewohnt“, so der MR-Vorsitzende. (belga/calü)

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