Der aktive Bergbau in unserer Region endete mit dem Beginn des Ersten Weltkrieges. Arbeitskräftemangel und der exportierte Dachschiefer aus Wales, der unter kostengünstigeren Bedingungen im Tagebau abgebaut werden konnte, waren die Hauptgründe für das Ende der Bergbautradition in Recht. Der Schieferstollen fiel in den berühmten „Dornröschenschlaf“ und wurde nur 1936 durch das Anlegen einer Staumauer, bei der über 800 Kubikmeter Wasser gestaut werden konnten und die damit verbundene Einbindung in das Rechter Wasserleitungsnetz, kurzzeitig wieder erweckt. In den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts war es dann nach langer Zeit möglich, den Schieferstollen auf eigene Gefahr zu erkunden. Ende der 90er Jahre sollte damit aber endgültig Schluss sein und die Schließung der Eingänge mit Beton stand im Raum. Hier schlug nun die Stunde des späteren Präsidenten der VoG Rechter Schieferstollen, Didier Landers, der den Stadtrat auf das seltene Kulturgut und Industriedenkmal aufmerksam machte, eine Schar begeisterter Unterstützer um sich scharte und die gemeinsame Idee eines Besucherbergwerkes entwickelte.
Die erste offizielle Versammlung mit der Gemeinde St.Vith fand am 28. Januar 1998 statt, nachdem der Stadtrat auf der Basis von verschiedenen Gutachten eine Absichtserklärung zur Öffnung des Schieferstollens als Besucherbergwerk gefasst hatte. Noch vor dem offiziellen Beginn der Sicherungsarbeiten wurde die VoG Schieferstollen Ende 1998 ins Leben gerufen. Die folgenden Jahre waren für die VoG von harter Arbeit geprägt. Sage und schreibe 14 km Kabel wurden für Strom, Beleuchtung und Kameras verlegt. Stationen wurden errichtet, die das Leben und Arbeiten untertage in verschiedenen Szenen veranschaulichen. Der Zugang zum Stollenmundloch wurde fertiggestellt und das Empfangsgebäude wuchs in die Höhe.
Im Mai 2007 wurde das Besucherbergwerk Rechter Schieferstollen offiziell eröffnet. Allein zur Eröffnung konnten mehr als 2.000 Besucher gezählt werden. Der Besucherstrom ist seit dieser Zeit nicht abgerissen und die VoG Schieferstollen Recht hat es durch vielfältige Veranstaltungsformate geschafft, das Interesse am Besucherbergwerk aufrechtzuerhalten. Dank des unermüdlichen Einsatzes der ehrenamtlichen Mitglieder der VoG ist das Rechter Besucherbergwerk zu einem touristischen Anziehungspunkt geworden und konnte so als Kultur- und Industriedenkmal erhalten werden. Diese Arbeit möchte der ZVS in diesem Jahr mit der Verleihung des Hecking-Schildes würdigen. Die Auszeichnung wird am 11. April 2026 im Rahmen einer Feierstunde im St.Vither Rathaus überreicht. (red/arco)

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