Bouchez äußerte sich dazu am Dienstagabend bei einer zweisprachigen Studentendebatte des Liberalen Flämischen Studentenverbands (LVSV) an der Freien Universität Brüssel (VUB).
Die Idee, dass die MR auch im flämischen Landesteil kandidieren könnte, hatte Bouchez bereits mehrfach angedeutet. Nun bestätigte er dieses Ziel erstmals deutlich. Auf eine entsprechende Frage aus dem Publikum erklärte der MR-Chef, dass seine Partei bereits mehr als 2.000 Mitglieder in Flandern zähle. Zudem gebe es dort ein wachsendes Interesse am politischen Programm der frankophonen Liberalen.
Die Partei bereite sich daher darauf vor, ihre flämischen Mitglieder stärker einzubinden. „In den kommenden Wochen werden wir beginnen, unsere Parteikommunikation in beiden Landessprachen zu veröffentlichen“, kündigte Bouchez an.
Ob die MR tatsächlich schon bei den nächsten Wahlen, also 2029, mit Listen in Flandern antreten wird, sei allerdings noch nicht endgültig entschieden. „Es gibt noch viele Dinge zu besprechen, aber es ist ein Ziel, das ich wahrlich verfolge“, sagte Bouchez. Der MR-Chef nennt zwei Gründe für sein Vorhaben. Zum einen wolle er eine nationale liberale Partei aufbauen. Zum anderen stehe im Jahr 2030 der 200. Jahrestag der belgischen Staatsgründung an.
Bouchez betonte, dass die politischen Konfliktlinien in Belgien heute weniger entlang der Sprachgrenzen verliefen. „Die Bruchlinie im heutigen Belgien verläuft nicht mehr zwischen den Sprachen, sondern – wie in vielen anderen Ländern – zwischen links und rechts“, erklärte der liberale Parteichef in Brüssel. (belga/calü)

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