Belgier setzen auf digitales Banking, wollen aber Filialen behalten

<p>Bankgeschäfte werden zunehmend digital erledigt: Immer mehr Belgier nutzen dafür Banking-Apps auf dem Smartphone, wie eine neue Studie des Finanzverbands Febelfin zeigt.</p>
Bankgeschäfte werden zunehmend digital erledigt: Immer mehr Belgier nutzen dafür Banking-Apps auf dem Smartphone, wie eine neue Studie des Finanzverbands Febelfin zeigt. | Foto: belga

Demnach hat die Banking-App erstmals das klassische Online-Banking am Computer überholt. Gleichzeitig zeigt die Studie, dass viele Belgier weiterhin Wert auf eine Bankfiliale in ihrer Nähe legen.

Für die Umfrage wurden rund 1.000 Belgier befragt. Die Ergebnisse zeigen deutlich, wie stark sich das Verhalten verändert hat: 95 Prozent der Befragten haben in den drei Monaten vor der Umfrage einen digitalen oder mobilen Bankdienst genutzt. Besonders intensiv fällt die Nutzung aus: 63 Prozent gaben an, in den 48 Stunden vor der Befragung eine Banking-App oder Online-Banking verwendet zu haben.

Smartphone wird wichtigstes Bankwerkzeug

Die Banking-App auf dem Smartphone ist inzwischen der meistgenutzte Zugang zu Bankdienstleistungen. 89 Prozent der Befragten greifen über eine App auf ihr Konto zu. Das klassische Onlinebanking über den Computer liegt mit 85 Prozent nur knapp dahinter.

Die Apps werden zudem regelmäßig genutzt: Zwei Drittel der Belgier öffnen ihre Banking-App mindestens einmal pro Woche.

Filialen bleiben gefragt

Trotz dieser digitalen Entwicklung möchten viele Menschen nicht ganz auf den persönlichen Kontakt verzichten. Zwar gaben 65 Prozent der Befragten an, nie oder höchstens einmal pro Jahr eine Bankfiliale zu besuchen. Dennoch halten rund acht von zehn Belgiern eine Bankfiliale in der Nähe weiterhin für wichtig.

Für die Studienautoren deutet das darauf hin, dass viele Kunden ein hybrides Bankmodell bevorzugen: alltägliche Geschäfte digital erledigen, bei wichtigen Entscheidungen aber weiterhin auf persönliche Beratung setzen.

Bargeld verliert weiter an Bedeutung

Auch beim Bargeld zeigt sich ein klarer Trend. Laut Febelfin wurden 2025 weniger als 120 Millionen Bargeldabhebungen registriert – 8,4 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Der langfristige Rückgang ist noch deutlicher: Vor zwölf Jahren lag die Zahl der Abhebungen noch bei rund 300 Millionen pro Jahr. Die Umfrage bestätigt diese Entwicklung. 47 Prozent der Befragten gaben an, weniger als einmal im Monat oder gar kein Bargeld mehr abzuheben.

Trotz der zunehmenden Digitalisierung scheint damit klar: Für viele Belgier bleibt die Kombination aus digitalen Diensten und persönlicher Beratung weiterhin das bevorzugte Modell im Bankwesen. (belga/calü)

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