[Video] Deutsche Weltkriegsminen an belgischer Küste geborgen

<p>Insgesamt werden zwölf Minen entfernt.</p>
Insgesamt werden zwölf Minen entfernt. | Foto: belga

Am Montag wurde die erste Mine an Land geschleppt, am Dienstag folgte eine zweite. In beiden Fällen fehlte der Zünder bereits. Die Sprengkörper konnten daher ohne große Explosion neutralisiert werden. Dennoch führten die Spezialisten eine kleine kontrollierte Sprengung durch, um verbliebene Bestandteile unschädlich zu machen.

Entlang der künftigen Trasse sollen rund 55 Kilometer Stromkabel im Meer verlegt werden. Sie sollen erneuerbare Energie von der Energieinsel zum Festland transportieren. Bei Sonar-Scans entlang der Route entdeckten Fachleute zwölf sogenannte Küstenminen. Es handelt sich um quadratische Betonminen von etwa einer Tonne Gewicht. Sie enthalten rund 50 Kilogramm Sprengstoff. Das reicht aus, um ein Landungsschiff schwer zu beschädigen oder sogar zu versenken.

Während des Zweiten Weltkriegs wurden nach Angaben von DOVO rund tausend solcher Minen vor der belgischen Küste abgeworfen. Sie sollten mögliche alliierte Landungen verhindern. „Eine solche Mine besteht aus einem Betonblock mit Sprengstoff und einem sogenannten Booster, der den Zünder verstärkt“, erklärte DOVO-Sprecher Jacques Callebaut gegenüber der Nachrichtenagentur Belga. Eine ähnliche Entminungsaktion mit diesem Minentyp gab es bisher nur einmal – im Jahr 1947.

Am Dienstagmorgen machten sich Taucher bereits gegen 5.30 Uhr auf den Weg zur Fundstelle. Sie lokalisierten die Mine und befestigten Verankerungen. Anschließend brachten sie einen aufblasbaren Hebeballon an, mit dessen Hilfe der Sprengkörper angehoben wurde. Danach wurde er bis an den Strand zwischen Wenduine und Blankenberge geschleppt.

Kurz vor 10.30 Uhr erreichte die Mine den Strand. Spezialisten von DOVO stellten fest, dass der Zünder fehlte, der sogenannte Booster jedoch noch vorhanden war. Dieser wurde kontrolliert gesprengt.

Der Bürgermeister von De Haan, Wilfried Vandaele, verfolgte die Bergung vor Ort. „Es ist bemerkenswert, dass wir 80 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg noch immer mit diesem Kriegserbe konfrontiert werden“, sagte er. (belga/svm)

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