Aktivistinnen protestieren mit „Grévibus“ in der Hauptstadt

<p>Teilnehmerinnen einer feministischen Streikaktion versammeln sich vor der ULB. Im Rahmen des Internationalen Tages für die Rechte der Frauen fuhr ein „Grévibus“ mehrere Streikposten in der Hauptstadt an.</p>
Teilnehmerinnen einer feministischen Streikaktion versammeln sich vor der ULB. Im Rahmen des Internationalen Tages für die Rechte der Frauen fuhr ein „Grévibus“ mehrere Streikposten in der Hauptstadt an. | Foto: belga

Mit dem Bus wollten die Organisatorinnen unterschiedliche Protestbewegungen miteinander vernetzen. Am Montagmorgen machte der „Grévibus“ zunächst Halt am Heysel-Gelände, wo eine antimilitaristische Aktion stattfand. Anschließend fuhr er weiter zur Université libre de Bruxelles (ULB), um dort streikende Studentinnen zu unterstützen.

„Es ist erschreckend, wie viel Geld für Kriege ausgegeben wird, während unsere öffentlichen Dienste vernachlässigt werden“, erklärte Malika Roelants vom Kollektiv „8. März“. Die Aktivistinnen hätten bewusst einen Wochentag für den Streik gewählt, um auch auf die oft unsicheren und schlecht bezahlten Arbeitsbedingungen vieler Frauen aufmerksam zu machen.

An der ULB machten Studentinnen mit eigenen Forderungen auf sich aufmerksam. Sie warfen der Universitätsleitung vor, eine Mitverantwortung für verschiedene Formen von Diskriminierung zu tragen – darunter Sexismus, Islamfeindlichkeit und Rassismus.

Die Studentinnen übergaben der Universitätsleitung sechs konkrete Forderungen. Dazu gehören eine klare Verurteilung aller Formen von Diskriminierung, ein konsequenteres Vorgehen gegen sexistische und diskriminierende Gewalt sowie bessere Unterstützungsstrukturen für Betroffene sexualisierter Gewalt an Universitäten.

Darüber hinaus fordern sie Maßnahmen gegen die zunehmende soziale Unsicherheit unter Studierenden, Widerstand gegen aus ihrer Sicht „frauenfeindliche“ Maßnahmen der Arizona-Regierung sowie Solidarität mit allen Beschäftigten auf dem Campus.

Am Nachmittag fuhr der „Grévibus“ weitere Streikposten in der Hauptstadt an – unter anderem von Anwältinnen, Beschäftigten im Gesundheitswesen, Lehrerinnen sowie Frauen ohne Aufenthaltsstatus. Gegen 17 Uhr endete die Aktion auf dem Place du Luxembourg vor dem Europäischen Parlament. Dort war eine Abschlusskundgebung gegen Migrations-, Kriegs- und Sicherheitspolitik geplant.

Parallel dazu begleiteten einige Demonstrantinnen die Route des „Grévibus“ mit Fahrrädern. (belga/calü)

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