Nach Angriff auf Iran: Weitere Belgier kehren mit Sonderflügen zurück

<p>Am Brussels Airport werden Belgier empfangen, die mit Rückholflügen aus dem Nahen Osten in ihre Heimat zurückkehren.</p>
Am Brussels Airport werden Belgier empfangen, die mit Rückholflügen aus dem Nahen Osten in ihre Heimat zurückkehren. | Foto: belga

Die Flüge bringen Belgier zurück, die nach der jüngsten Eskalation im Konflikt mit dem Iran in der Region festsaßen.

In den vergangenen Tagen hatte es sowohl aus der Opposition als auch von betroffenen Belgiern Kritik an der Organisation der Rückholaktionen gegeben. Außenminister Prévot bat jedoch um Verständnis für die schwierige Lage vor Ort. Die Operationen würden unter äußerst komplexen Sicherheitsbedingungen stattfinden.

„Ich bin stolz auf die Arbeit meines Ministeriums und auf die gute Zusammenarbeit mit der Verteidigung“, erklärte der Minister in dem Gespräch mit dem flämischen Rundfunk. Belgien gehöre zu den wenigen europäischen Ländern, die derzeit Rückholaktionen durchführen. Insgesamt seien es lediglich rund zehn Staaten, die entsprechende Maßnahmen organisiert hätten – Belgien sei dabei eines der ersten gewesen.

Auch die Kritik an den Kosten der Rückholung wies Prévot zurück. Rund 600 Euro sollen die Passagiere für einen Platz auf einem der Flüge zahlen. „Repatriierungen haben ihren Preis. Sie sind kein Recht, sondern eine Dienstleistung“, betonte der Außenminister. Auch andere Länder wie Frankreich, die Niederlande oder Deutschland verlangten einen finanziellen Beitrag.

Mit Blick auf die politische Lage im Iran zeigte sich Prévot wenig optimistisch. Nachdem Mojtaba Khamenei, der Sohn des getöteten Ayatollah Ali Khamenei, die Führung übernommen habe, sei kurzfristig keine politische Kursänderung zu erwarten. „Er wird die gleichen Ideen vertreten. Das bleibt eine Gefahr für die Stabilität und Sicherheit der Region“, sagte der Minister.

Prévot betonte zudem erneut, dass sowohl die amerikanischen und israelischen Angriffe auf den Iran als auch die Politik des iranischen Regimes gegen das Völkerrecht verstoßen würden. Gleichzeitig müsse man jedoch realistisch bleiben. „Wir verteidigen das internationale Recht, aber wir müssen auch pragmatisch sein und die Welt so sehen, wie sie ist – nicht so, wie wir sie gerne hätten“, erklärte der Außenminister. (belga/calü)

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