Deepfakes und Deepnudes: KI verschärft Cybergewalt gegen Frauen

<p>Nach Angaben des Instituts für die Gleichstellung von Frauen und Männern verstärkt künstliche Intelligenz sexistische Gewalt im Internet.</p>
Nach Angaben des Instituts für die Gleichstellung von Frauen und Männern verstärkt künstliche Intelligenz sexistische Gewalt im Internet. | Illustrationsbild: picture alliance/dpa

Besonders sichtbar sei das Problem bei sogenannten Deepnudes und sexualisierten Deepfakes – täuschend echt wirkenden, künstlich erzeugten Nackt- oder Intimbildern. Mit Hilfe generativer KI ließen sich solche Inhalte heute in wenigen Klicks erstellen, oft auf Basis einfacher Profilfotos aus sozialen Netzwerken.

Betroffen seien vor allem Frauen, insbesondere solche, die in der Öffentlichkeit stehen, etwa Politikerinnen, Journalistinnen oder Expertinnen, erklärte IEFH-Sprecherin Véronique De Baets. Solche Angriffe hätten auch gesellschaftliche Folgen, da sie Frauen davon abhalten könnten, sich an öffentlichen Debatten zu beteiligen.

Die KI habe zwar nicht grundlegend verändert, wer Ziel solcher Angriffe wird. Sie verstärke jedoch Tempo, Reichweite und Intensität der Belästigungen, da Inhalte schneller und in größerem Umfang produziert und verbreitet werden können.

Auch junge Menschen sind stark betroffen. Nach Angaben des Instituts hat bereits jeder fünfte Jugendliche im Jahr 2024 gefälschte intime Bilder erlebt, die mit KI erstellt wurden. Diese Zahl dürfte inzwischen weiter gestiegen sein.

Darüber hinaus entstehen neue Formen digitaler Gewalt, etwa automatisierte Diffamierungskampagnen, digitale Überwachung in Partnerschaften oder Sextortion auf Grundlage künstlich erzeugter Bilder.

Die Meldungen über sexuelle Online-Gewalt beim Institut – etwa wegen der Verbreitung intimer Bilder ohne Zustimmung oder Sextortion – stiegen um 25 Prozent im Jahr 2024 und sogar um 75 Prozent im Jahr 2025. Die tatsächliche Zahl der Fälle dürfte jedoch deutlich höher liegen, da viele Betroffene keine Anzeige erstatten.

Das Institut fordert daher mehr Unterstützung für Opfer, bessere Prävention sowie zusätzliche Mittel für die Bekämpfung digitaler Gewalt. Außerdem müsse bereits bei der Entwicklung von KI-Systemen stärker auf mögliche geschlechtsspezifische Diskriminierungen geachtet werden. (belga/rt)

Kommentare

Kommentar verfassen

0 Comment