Trotz Homeoffice: Verkehrsprobleme in Belgien bleiben bestehen

<p>Trotz zunehmendem Homeoffice bleibt der Berufsverkehr in Belgien hoch: Vor allem das Auto dominiert weiterhin den Arbeitsweg und sorgt in Städten wie Brüssel regelmäßig für Staus.</p>
Trotz zunehmendem Homeoffice bleibt der Berufsverkehr in Belgien hoch: Vor allem das Auto dominiert weiterhin den Arbeitsweg und sorgt in Städten wie Brüssel regelmäßig für Staus. | Foto: belga

Demnach bieten derzeit rund 63 Prozent der befragten Unternehmen ihren Beschäftigten die Möglichkeit zur sogenannten Telearbeit an. Das ist etwas weniger als noch im Jahr 2021, als die Pandemie viele Firmen zu flexiblen Arbeitsmodellen zwang. Durch das Arbeiten von zu Hause aus können laut Studie rund 13 Prozent der täglichen Pendelfahrten vermieden werden.

Auto bleibt dominierend

Dennoch hat sich das Verkehrsaufkommen insgesamt kaum verringert. Zwar ist der Anteil der Beschäftigten, die mit dem Auto zur Arbeit fahren, in den vergangenen 20 Jahren leicht gesunken – von 66,8 Prozent auf 61,4 Prozent. Die tatsächliche Zahl der Autos im Berufsverkehr ist jedoch nur um 4,5 Prozent zurückgegangen.

Ein Grund dafür liegt im Wachstum der Erwerbsbevölkerung. Die Zahl der Beschäftigten ist in den vergangenen zwei Jahrzehnten um 18 Prozent gestiegen, was automatisch zu mehr täglichen Wegen führt.

Firmenwagen weiterhin verbreitet

Parallel dazu bleibt auch der Firmenwagen ein wichtiger Faktor im belgischen Mobilitätssystem. Im vergangenen Jahr verfügten 15 Prozent der Arbeitnehmer über einen Dienstwagen – ein Anteil, der weiterhin steigt. Viele Unternehmen setzen inzwischen auf Elektrofahrzeuge, oft kombiniert mit Ladestationen am Arbeitsplatz, um ihre Mobilitätsstrategie anzupassen.

Deutlich zugenommen hat hingegen die Nutzung des Fahrrads für den Arbeitsweg. Innerhalb von 20 Jahren hat sich der Anteil der Radpendler mehr als verdoppelt: von 7,8 Prozent im Jahr 2005 auf 16,5 Prozent im Jahr 2024. Die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel ist im gleichen Zeitraum dagegen weitgehend stabil geblieben.

Homeoffice bleibt – aber seltener

Das Homeoffice selbst hat sich seit der Pandemie als fester Bestandteil der Arbeitsorganisation etabliert. Viele Unternehmen setzen inzwischen auf hybride Modelle, bei denen Beschäftigte einige Tage im Büro und einige Tage von zu Hause arbeiten.

Allerdings ist intensives Homeoffice seltener geworden: Drei oder mehr Tage pro Woche im Homeoffice sind heute weniger verbreitet. Meist arbeiten Beschäftigte ein bis zwei Tage pro Woche von zu Hause aus. Gleichzeitig ist auch der Anteil der Arbeitnehmer gestiegen, deren Tätigkeit kein Homeoffice erlaubt. (belga/calü)

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