Um auf das Problem aufmerksam zu machen, startet die AWSR im März eine Informationskampagne. Entlang von Autobahnen und Landstraßen im Süden des Landes sollen Plakate Autofahrer daran erinnern, wie wichtig die Rettungsgasse für Einsatzfahrzeuge ist.
Die Pflicht zur Bildung einer Rettungsgasse wurde im Oktober 2020 in die belgische Straßenverkehrsordnung aufgenommen. Sie gilt überall dort, wo sich auf einer Straße mit mindestens zwei Fahrstreifen in dieselbe Richtung ein Stau oder stockender Verkehr bildet. Autofahrer müssen dann sofort Platz schaffen, damit Rettungsfahrzeuge ungehindert passieren können – auch wenn diese noch nicht zu sehen oder zu hören sind.
Die Regel ist einfach: Auf zweispurigen Straßen fahren Fahrzeuge auf der linken Spur möglichst weit nach links, während Fahrzeuge auf der rechten Spur nach rechts ausweichen. Auf Straßen mit drei oder vier Fahrstreifen fahren die Fahrzeuge auf der äußersten linken Spur nach links, alle anderen nach rechts, sodass in der Mitte eine Rettungsgasse für Einsatzfahrzeuge entsteht.
Trotz dieser Vorschrift zeigt die Umfrage, dass viele Verkehrsteilnehmer unsicher sind. Nur jeder fünfte Fahrer weiß genau, wie er sich bereits bei den ersten Anzeichen eines Staus richtig positionieren muss. Außerdem weiß jeder dritte Befragte nicht, auf welchen Straßen die Rettungsgasse überhaupt gebildet werden muss. 20 Prozent der Fahrer glauben fälschlicherweise, dass die Regel nur auf Straßen mit mindestens drei Fahrspuren gilt. Lediglich 42 Prozent der Autofahrer gaben an, beim letzten Stau, in den sie geraten sind, spontan korrekt eine Rettungsgasse gebildet zu haben.
Ein ähnliches Bild hatte bereits eine Untersuchung des Verkehrsinstituts VIAS im vergangenen September ergeben. Damals zeigte eine Befragung von 1.000 Personen, dass die Rettungsgasse von vielen Autofahrern noch immer nicht konsequent umgesetzt wird. (calü)

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