Belgien verschärft Regeln für Studentenvisa aus Nicht-EU-Ländern

<p>Studierende lernen in der Bibliothek der Katholischen Universität Löwen: Für Studenten aus Nicht-EU-Ländern soll der notwendige Finanznachweis für ein Studium in Belgien künftig deutlich steigen.</p>
Studierende lernen in der Bibliothek der Katholischen Universität Löwen: Für Studenten aus Nicht-EU-Ländern soll der notwendige Finanznachweis für ein Studium in Belgien künftig deutlich steigen. | Foto: belga

Wer ein Studienvisum beantragt, muss belegen, dass genügend Geld für Unterkunft, Lebenshaltungskosten und den Aufenthalt in Belgien zur Verfügung steht. Nach Ansicht der Ministerin deckte der bisherige Betrag die tatsächlichen Kosten jedoch nicht mehr ausreichend.

„Der aktuelle Mindestbetrag reicht nicht mehr aus, um die Lebenshaltungskosten in Belgien zu tragen“, erklärt Van Bossuyt gegenüber „Het Laatste Nieuws“. Deshalb habe die Föderalregierung entschieden, die Schwelle deutlich anzuheben und künftig jährlich zu indexieren.

Für das akademische Jahr 2026/2027, wenn die neue Regel erstmals gilt, dürfte der Betrag bereits bei rund 1.062 Euro netto pro Monat liegen. In der Praxis müssen viele Studierende den erforderlichen Nachweis für ein ganzes Jahr im Voraus erbringen. Damit steigt die Summe auf mehr als 12.000 Euro.

<p>Anneleen Van Bossuyt bei einer Rede in der Kammer</p>
Anneleen Van Bossuyt bei einer Rede in der Kammer | Foto: belga

Die Maßnahme soll laut Ministerium mehrere Ziele erfüllen. Einerseits sollen internationale Studierende vor finanziellen Schwierigkeiten geschützt werden. Andererseits soll verhindert werden, dass Studierende nach ihrer Ankunft auf Sozialhilfe angewiesen sind.

Zugleich will die Föderalregierung Missbrauch verhindern. Mit den strengeren Anforderungen soll vermieden werden, dass ein Studienvisum zu einer einfachen Möglichkeit wird, um nach Belgien einzureisen. Unterstützung kommt auch von den Universitäten, die die Anpassung grundsätzlich befürworten.

Dass die Behörden bereits heute strenger prüfen, zeigt ein Blick auf die Zahlen: Im vergangenen Jahr lehnte die Ausländerbehörde insgesamt 2.615 Anträge auf ein Studienvisum ab. Besonders häufig betroffen waren Bewerber aus Kamerun (1.098 Ablehnungen) und Marokko (536). (calü)

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