Schwarzfahren nimmt zu: Deutlich mehr Strafen bei der SNCB

<p>Die SNCB verhängte im vergangenen Jahr deutlich mehr Bußgelder – vor allem wegen Schwarzfahrens.</p>
Die SNCB verhängte im vergangenen Jahr deutlich mehr Bußgelder – vor allem wegen Schwarzfahrens. | Foto: Photo News

Insgesamt wurden demnach 2025 genau 89.002 Bußgelder verhängt, im Jahr zuvor waren es noch 78.229 gewesen. Der Betrag stieg von 27,878 Millionen Euro auf 32,572 Millionen Euro.

Den Löwenanteil machen Verstöße wegen Fahrens ohne gültigen Fahrschein aus. Hier kletterte die Zahl von 72.348 Fällen (27,396 Millionen Euro) im Jahr 2024 auf 84.075 Fälle (32,141 Millionen Euro) im vergangenen Jahr.

Die Bußgelder der Bahn sind in vier Kategorien unterteilt: Kategorie 1 umfasst kleinere Störungen, Kategorie 2 betrifft unter anderem Vandalismus, Graffiti oder den Missbrauch der Notbremse, Kategorie 3 ahndet das Schwarzfahren, während Kategorie 4 schwere Verstöße wie Gewalt, die Einschüchterung von Personal oder gezielte Störungen des Zugverkehrs sanktioniert.

Wallonie besonders betroffen

Auffällig ist die regionale Verteilung: Von den 84.075 Bußgeldern wegen Schwarzfahrens wurden 44.806 in der Wallonie ausgestellt. In Flandern waren es 28.065, in Brüssel 11.204.

Bevor ein administratives Bußgeldverfahren vollständig greift, gibt es zunächst eine außergerichtliche Phase. Betroffenen wird dabei unter anderem die Möglichkeit angeboten, ihre Schuld in Raten zu begleichen. Anfang Januar dieses Jahres waren 4.652 entsprechende Zahlungsdossiers bei Gerichtsvollziehern anhängig – für einen Gesamtbetrag von 8,023 Millionen Euro.

Sorge wegen zunehmender Gewalt

Besorgt zeigt sich der Kammerabgeordnete Frank Troosters vor allem über die Entwicklung bei schweren Verstößen. Die Zahl der Bußgelder in Kategorie 4 – also bei Gewalt, Einschüchterung oder massiven Störungen – stieg von 486 auf 519 Fälle. Der verhängte Betrag erhöhte sich von 138.550 auf 146.900 Euro.

Troosters spricht von einer problematischen Entwicklung: Das „gewalttätige Verhalten auf und rund um die Schiene“ nehme zu. Das Bahnpersonal werde immer häufiger „zum Boxsack eines Teils der Gesellschaft“. Es sei höchste Zeit, dass Zugbegleiter und weiteres Personal bessere Möglichkeiten und Mittel erhielten, sich zu schützen. (belga/calü)

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