Eskalation im Nahen Osten: USA und Israel greifen Iran an

<p>Menschen beobachten Rauch nach einer Explosion in Teheran.</p>
Menschen beobachten Rauch nach einer Explosion in Teheran. | Foto: Uncredited/AP/dpa

Ziel sei es, eine unmittelbare Bedrohung durch die iranische Führung zu beseitigen und die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten zu schützen.

Trump kündigte an, iranische Raketenstellungen zu zerstören und die Marine des Landes zu vernichten. Zudem bekräftigte er, der Iran werde niemals über eine Atomwaffe verfügen. Angehörige der Revolutionsgarden, der Streitkräfte und der Polizei forderte er zur Kapitulation auf und stellte ihnen im Gegenzug Immunität in Aussicht. Dem iranischen Volk rief er zu, die „Stunde der Freiheit“ sei gekommen, warnte jedoch zugleich vor weiteren Bombardierungen. Zuvor hatte Israel einen Präventivschlag gegen den Iran gemeldet. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu gab der Operation den Namen „Brüllen des Löwen“. Die Angriffe erfolgen nur zwei Tage nach einer weiteren Verhandlungsrunde zwischen Washington und Teheran über das umstrittene iranische Atomprogramm. Bereits im vergangenen Jahr hatten Gespräche über das Atomprogramm stattgefunden, ehe Israel iranische Ziele angriff und die USA sich mit Luftschlägen auf zentrale Atomanlagen beteiligten. Der Iran reagierte damals mit ballistischen Raketen auf Israel. Nach Beginn der aktuellen Angriffe wurde der israelische Luftraum für zivile Flüge bis auf Weiteres geschlossen. Auch der Irak sperrte seinen Luftraum. In Israel gelten landesweit verschärfte Sicherheitsmaßnahmen: Schulen und Bildungseinrichtungen bleiben geschlossen, größere Versammlungen sind untersagt, nur lebenswichtige Bereiche sollen weiterarbeiten.

Der Iran meldet unterdessen massive Cyberangriffe auf mehrere Nachrichtenportale, darunter staatliche und regierungsnahe Agenturen. Gleichzeitig berichten Augenzeugen aus Teheran von Panik in der Bevölkerung. An Tankstellen bilden sich lange Schlangen, viele Menschen versuchen, die Hauptstadt zu verlassen. Zahlreiche Geschäfte blieben geschlossen, Teile der Stadt wirkten ungewöhnlich ruhig. Teheran ist Ziel mehrerer Angriffswellen. Mit den bestätigten Militärschlägen droht eine weitere Zuspitzung der Lage im Nahen Osten. Ob es bei begrenzten Operationen bleibt oder eine breitere militärische Eskalation folgt, ist offen. (dpa/sc)

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