Bereits am Morgen hatte Proximus mitgeteilt, den Personalbestand in den kommenden Jahren „kontrolliert und schrittweise“ reduzieren zu wollen. Konkret sollen in den nächsten fünf Jahren etwa 1.200 der derzeit rund 7.900 Stellen gestrichen werden.
Fokus auf Effizienz und Künstliche Intelligenz
Im Zentrum der neuen strategischen Ausrichtung steht unter anderem der verstärkte Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI). Das Unternehmen wolle seine Arbeitsweise „neu erfinden“ und stärker auf Vereinfachung, Effizienz und KI setzen, um die Arbeitslast zu verringern, hieß es. Der Stellenabbau soll in erster Linie über natürliche Abgänge erfolgen. Schätzungen zufolge werden in den kommenden Jahren rund 800 Beschäftigte in den Ruhestand gehen. Diese Stellen sollen größtenteils nicht neu besetzt werden – insbesondere in Bereichen, die als „nicht kritisch“ eingestuft werden. Ausgenommen sind etwa Verkäufer und Glasfaserschweißer, da diese auf dem Arbeitsmarkt schwer zu finden sind. Darüber hinaus setzt Proximus auf freiwillige Austritte sowie interne Umschulungen. Auch betriebsbedingte Kündigungen seien nicht ausgeschlossen, sollen jedoch nur eine Minderheit der wegfallenden Stellen betreffen.
Auch über das Jahr 2030 hinaus rechnet das Unternehmen mit einem Rückgang der Belegschaft. Zwischen 2031 und 2035 dürften voraussichtlich rund 1.400 weitere Mitarbeiter in Pension gehen. Proximus sieht nach eigenen Angaben auch hier Möglichkeiten, den Personalbestand weiter zu reduzieren.
Mit der neuen Strategie will sich Proximus bis 2030 als „lokal verankerter Champion für digitale Infrastruktur“ positionieren, getragen von starken Marken für alle Generationen und Wirtschaftssektoren, erklärte CEO Stijn Bijnens. Für das internationale Geschäft, das zuletzt eine Wertminderung von 275 Millionen Euro hinnehmen musste, liegt laut Unternehmen ein Wachstumsplan vor.
Mehr Umsatz, aber weniger Nettogewinn im Jahr 2025
Aktionäre müssen sich jedoch auf eine geringere Dividende einstellen. Für das Geschäftsjahr 2025 werden in diesem Jahr noch 0,60 Euro brutto pro Aktie ausgezahlt. Für 2026 halbiert sich die Dividende auf 0,30 Euro. In den Folgejahren ist wieder ein Anstieg vorgesehen: 0,40 Euro für 2027 und 0,50 Euro für 2028.
Im vergangenen Jahr erzielte Proximus einen Umsatz von mehr als 6,6 Milliarden Euro – ein Plus von 1,2 Prozent. Der Nettogewinn ging allerdings um elf Prozent auf 398 Millionen Euro zurück. „Wir haben das Jahr stark abgeschlossen, mit Ergebnissen im Rahmen unserer Erwartungen“, so Bijnens. An der Börse reagierten die Anleger empfindlich: Die Aktie des Unternehmens verlor unmittelbar nach Bekanntwerden der Abbaupläne deutlich an Wert. (belga/vrt/nico)

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