Groen fordert endgültiges Aus für internationale Adoptionen in Flandern

<p>Groen fordert endgültiges Aus für internationale Adoptionen in Flandern</p>
Illustrationsbild: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

„Über Jahrzehnte hinweg wurden Kinder aufgrund von Armut und prekären Lebenssituationen zur Adoption freigegeben. Das Kindeswohl stand dabei häufig nicht im Mittelpunkt“, erklärte der flämische Abgeordnete Jeremie Vaneeckhout. Immer wieder komme es zu strukturellen Missständen wie gefälschten Dokumenten, Kinderhandel oder erzwungenen Freigaben zur Adoption. „Wir müssen den Mut haben, dem endgültig ein Ende zu setzen“, so Vaneeckhout.

Nach Ansicht der Partei schafft auch die derzeitige Aussetzung falsche Hoffnungen bei Adoptionsbewerbern, da weiterhin neue Interessenten registriert würden. Dies führe zu unrealistischen Erwartungen, obwohl unklar sei, ob internationale Adoptionen künftig überhaupt noch möglich sein werden.

Groen spricht von einem „grundlegend verzerrten“ System. Viele Adoptierte litten unter Depressionen, Angststörungen und Bindungsproblemen. Häufig fehlten wesentliche Informationen über ihre Herkunft oder seien fehlerhaft dokumentiert, was bei Betroffenen Identitätsfragen offenlasse.

Zudem könne die Debatte nicht losgelöst von postkolonialen Machtverhältnissen geführt werden. Reiche Länder bestimmten Regeln und Verfahren, während strukturelle Ursachen von Armut unberücksichtigt blieben, heißt es.

Die Partei kündigte an, im Flämischen Parlament eine Resolution einzubringen. Demnach sollen nur noch bereits laufende Verfahren abgeschlossen werden, sofern ein rechtskräftiges Eignungsurteil vorliegt. Neue Anträge sollen nicht mehr angenommen werden. Darüber hinaus fordert Groen eine umfassende historische Untersuchung möglicher illegaler Adoptionen zwischen 1960 und 2005 sowie die Einsetzung einer Anerkennungs- und Vermittlungskommission. (belga/rt)

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