du bist eine flüchtende winterfrau
mit geflochtenen
schneeweißen haaren
deine augen fragen wolkengrau
weshalb wir im schlitten
nicht mitgefahren
deine hände hielten in eisigen krallen
uns lange genug gefangen
du gehst und bist noch nicht gegangen
du stolperst und doch wirst bald fallen
deine lippen zittern
dein atem ist schwer
du ziehst zu eskimos in der ferne
und verschenkst dein bisschen wärme
die winterschlafbetten
sind endlich leer
es naht die zeit der ersten narzissen
im klosterchoral
der karfreitagsstunden
neigt sich das haupt
mit blut und wunden
die weiße pracht
wird niemand vermissen
ich sehne mich
nach dem blumengarten
wenn er vom letzten
schneemann befreit
für die amseln beginnt
die schmusezeit
in den nestern kann es keine erwarten
im milden windhauch ist die sonne da
marienblümchen werden
die kinder streuen
in der frühe uns ostergeläut erfreuen
das grab ist dann leer hallelujha
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