Für die Mutualität ist diese Zahl ein deutliches Signal. Sie zeige „den klaren Willen vieler Erkrankter, aktiv zu bleiben und den Kontakt zum Arbeitsmarkt nicht zu verlieren“. Rund 20 Prozent der Betroffenen nehmen also – zumindest teilweise – wieder eine berufliche Tätigkeit auf.
Am häufigsten erfolgt die Rückkehr über eine Teilzeitbeschäftigung. Dieses Modell ist laut Solidaris das am stärksten genutzte Instrument beim Wiedereinstieg. 2022 arbeiteten 16 Prozent der angestellten Versicherten in Invalidität in Teilzeit, bei den Selbstständigen lag der Anteil sogar bei 23 Prozent.
Allerdings führt dieser Weg nicht automatisch zurück in eine stabile Vollzeitbeschäftigung. Etwa die Hälfte der Betroffenen fällt nach einer gewissen Zeit wieder vollständig in die Arbeitsunfähigkeit zurück. Nur rund ein Drittel schafft dauerhaft den Sprung zurück in eine Vollzeitstelle.
Dennoch sieht Solidaris darin einen wichtigen Hebel: Die Zahlen belegten, dass viele Erkrankte die Arbeitsunfähigkeit hinter sich lassen möchten – und dass ein signifikanter Teil dies über eine schrittweise Rückkehr auch tatsächlich schaffe.
Gleichzeitig warnt die Krankenkasse davor, die steigende Zahl von Langzeiterkrankungen allein durch Wiedereingliederungsprogramme lösen zu wollen. Eine nachhaltige Antwort müsse bei den strukturellen Ursachen ansetzen.
„Wer die Zahl der Langzeitkranken senken will, ohne die Arbeitsbedingungen zu verbessern, die Belastung bestimmter Berufe anzuerkennen oder den Übergang in den Ruhestand besser zu gestalten, handelt widersprüchlich“, heißt es sinngemäß.
Ohne bessere Prävention, gesündere Arbeitsplätze und angepasste Karriereverläufe werde keine Maßnahme dauerhaft greifen.
Solidaris fordert zudem mehr Verantwortung seitens der Arbeitgeber. Ohne deren aktive Mitwirkung sei eine erfolgreiche Rückkehr in Teilzeit kaum möglich. Deshalb spricht sich die Organisation für einen klaren gesetzlichen Rahmen aus, der die Wiedereingliederung verbindlicher regelt und verbessert. (belga/calü)

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