Die Organisation warnt vor schwerwiegenden Folgen. „Das wird Menschenleben kosten und nicht die erhofften Einsparungen bringen“, heißt es. Man rechne mit einer zusätzlichen Überlastung der Brüsseler Notaufnahmen und wachsendem menschlichem Leid.
Bislang konnten sich Menschen in Armut, Obdachlose, Personen ohne Hausarzt oder ohne gültigen Aufenthaltsstatus an die Einrichtung wenden. Ab April werde sich ihr Zugang zur medizinischen Versorgung deutlich verschlechtern, so die NGO. Theoretisch könnten Obdachlose weiterhin ärztliche Konsultationen in Nachtunterkünften in Anspruch nehmen, doch auch diese Einrichtungen seien überlastet und stünden nur denjenigen offen, die tatsächlich einen Schlafplatz erhalten. Das erklärte Pierre Van Heddegem, Direktor der belgischen Operationen.
Ärzte der Welt zeigt sich „empört“ und kritisiert fehlende Weitsicht seitens der Brüsseler Behörden. Der Bedarf sei enorm: Die Zahl der Obdachlosen steige von Jahr zu Jahr, mindestens 50.000 Menschen lebten ohne gültige Papiere in der Hauptstadt, rund 30 Prozent der Bevölkerung seien von Armut betroffen. Zudem hätten 38 Prozent der finanziell angeschlagenen Haushalte medizinische Behandlungen aus Kostengründen verschoben. Hinzu kämen tausende Personen, die internationalen Schutz beantragt hätten.
Nach Einschätzung der Organisation werden viele Betroffene mangels Alternativen die Notaufnahmen aufsuchen oder notwendige Behandlungen so lange hinauszögern, bis sich ihr Zustand drastisch verschlechtert. Die letztlichen Kosten für das Gesundheitssystem dürften dadurch höher ausfallen als die angestrebten Einsparungen. (belga/rt)

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