Die Vorwürfe richten sich gegen die Brussels Airport Company (BAC), die den Flughafen betreibt. Laut Touwaide sei ihm im vergangenen August der Zugang zur Baustelle verweigert worden. Zudem habe er während der Arbeiten keine Antworten auf seine Fragen erhalten, da BAC „mit illegalen Erweiterungen der Piste beschäftigt“ gewesen sei.
Erweiterung ohne Erlaubnis?
Zwar sei die genehmigte Erneuerung der Oberfläche der Piste 25L durchgeführt worden. Nach Angaben des Ombudsmanns seien jedoch zusätzliche, nicht genehmigte Arbeiten an der sogenannten Turnpad-Plattform erfolgt, die zum Beginn derselben Piste führen und auf der Flugzeuge wenden können. Diese Fläche sei ohne Genehmigung verbreitert worden – angeblich, um den jüngsten europäischen Vorschriften der European Union Aviation Safety Agency (EASA) zu entsprechen.
Die Verbreiterung ermögliche es größeren Flugzeugen, sicherer zu manövrieren und ohne externe Hilfe zu drehen, so die laut Touwaide „wenig überzeugenden“ Erklärungen der Flughafenbetreiber. Der Ombudsmann erklärt, der Flughafen habe schließlich eingeräumt, die Arbeiten ohne Genehmigung vorgenommen zu haben.
Nach seiner Einschätzung könnte die Erweiterung Auswirkungen auf die derzeitige Verteilung der Flüge über die Pisten 25 haben und zu einer plötzlichen Zunahme der Lärmbelastung in bestimmten Gemeinden führen.
Flughafen räumt Fehler ein
Brussels Airport erklärt seinerseits, dass entsprechende Anpassungen der Infrastruktur auf dem Vorfeld bis 2023 keiner Genehmigung bedurften. Seitdem sei eine Genehmigung erforderlich, wenn eine Versickerung von Regenwasser vor Ort nicht möglich sei.
Aufgrund der unmittelbaren Nähe zur Piste sei eine Versickerung an dieser Stelle nicht möglich. Der Flughafen habe den Genehmigungsantrag infolge einer Fehlinterpretation der Vorschriften nicht fristgerecht eingereicht. Man habe inzwischen alle notwendigen Schritte eingeleitet, um die Situation zu regularisieren und eine Lösung für die Wasserinfiltration zu finden. (belga/rt)

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