Eine Mehrheit der in diesem Jahr in der Ukraine abgeschossenen Drohnen gehört dem Typ Geran-2 an, der russischen Variante iranischer Shahed-Drohnen. Laut der Untersuchung stammen 112 der insgesamt 687 verbauten Komponenten von 19 europäischen Unternehmen aus acht Ländern: der Schweiz, dem Vereinigten Königreich, Deutschland, Österreich, den Niederlanden, Irland, Spanien und Polen.
Kurz nach dem russischen Angriff auf die Ukraine verschärfte die Europäische Union ihre Kontrollen für sogenannte Dual-Use-Güter – also Technologien mit ziviler und militärischer Verwendung. Dennoch fanden zahlreiche europäische Bauteile über Umwege ihren Weg nach Moskau.
Demnach wurden viele der Komponenten zunächst nach China oder Hongkong exportiert und von dort weiter nach Russland geliefert. Auf diese Weise konnten bestehende EU-Beschränkungen offenbar umgangen werden.
Unter den in Drohnen sichergestellten Teilen befanden sich zudem Komponenten eines Unternehmens aus Saint-Nicolas. Gegen den erklärten Willen der Firma sollen zwischen September 2022 und Juli 2024 mehr als 200 Lieferungen ihrer Produkte in Russland gelandet sein.
Die Waren seien über Hongkong, China, die Türkei und die Vereinigten Arabischen Emirate ausgeführt worden. Das Unternehmen selbst betont, keine direkten Geschäfte mit Russland abgeschlossen zu haben.
Die Recherche verdeutlicht, wie schwierig es trotz umfangreicher EU-Sanktionen bleibt, den Zufluss sensibler Technologie nach Russland vollständig zu unterbinden. (belga/rt)

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