Besonders stark betroffen ist der Norden des Landes. In den flämischen Haftanstalten stieg die Zahl der Gefangenen, die keinen regulären Schlafplatz haben, binnen einer Woche um 34. In den Gefängnissen der Wallonie kamen neun weitere Fälle hinzu, in Brüssel sieben.
Insgesamt schlafen in Flandern 322 Inhaftierte in zehn Gefängnissen auf dem Boden. Am stärksten betroffen ist die Haftanstalt von Antwerpen mit 67 Fällen, gefolgt von Gent (48) und Hasselt (46). Auch Dendermonde (43), Turnhout und Brügge (je 28) sowie Ypern (18) melden hohe Zahlen.
Im Süden des Landes sind 181 Gefangene in acht Gefängnissen betroffen. Besonders kritisch ist die Lage in Mons (34), Marche-en-Famenne (30) und Leuze-en-Hainaut (28). Weitere betroffene Standorte sind Nivelles (26), Tournai (21) und Arlon (18).
In der Hauptstadtregion konzentriert sich das Problem auf das Gefängnis von Haren: Dort schlafen 104 Insassen auf dem Boden.
Der Negativrekord wurde am 15. Dezember 2025 erreicht, als 672 Gefangene keinen regulären Schlafplatz hatten. Nach einem kurzfristigen Rückgang während der Feiertage steigt die Zahl nun wieder an.
Die föderale Regierung hat bereits beschlossen, der Überbelegung durch vorzeitige Haftentlassungen entgegenzuwirken. Eine Einigung über weitergehende Maßnahmen – etwa generelle Strafverkürzungen oder einen verstärkten Einsatz elektronischer Fußfesseln – steht bislang jedoch aus. (belga/calü)

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