Steigende Bedrohungen: Quintin plädiert für neue Sicherheitsstrategie

<p>Innenminister Bernard Quintin</p>
Innenminister Bernard Quintin | Foto: belga

Die leichte Zunahme der Schutzmaßnahmen zeige zusammen mit der angespannten internationalen Lage, dass die Bedrohungslage nicht nur real sei, sondern sich weiterentwickle, erklärte der Minister am Sonntag. Immer mehr Magistrate und Polizeibeamte würden im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit oder ihrer gesellschaftlichen Rolle bedroht – etwa durch das Drogenmilieu oder die organisierte Kriminalität.

Auch Philippe Van Linthout von der Vereinigung der Untersuchungsrichter sieht einen Zusammenhang mit der Situation in den Gefängnissen. Die zunehmenden Drohungen seien Ausdruck einer spürbaren Verrohung der Gesellschaft. Gleichzeitig zeige die Entwicklung aber auch, dass Ermittler und Sicherheitskräfte Kriminelle zunehmend empfindlich träfen, sagte der Untersuchungsrichter.

Sowohl Quintin als auch Van Linthout sprechen sich daher für Anpassungen der Sicherheitsstrukturen aus, um den neuen Herausforderungen wirksam begegnen zu können. Dazu gehörten nach Ansicht Van Linthouts auch Investitionen in moderne Gefängnisse, in denen mit Verdächtigen und Verurteilten respektvoll umgegangen werde. Gleichzeitig plädiert er für technische Maßnahmen wie Störsender, die verhindern sollen, dass Häftlinge aus dem Gefängnis heraus kriminelle Aktivitäten weiter organisieren.

Ein funktionierender Wohlfahrtsstaat beruhe auf einem starken Rechtsstaat, betonte Van Linthout. Entsprechend müsse auch in dessen Schutz investiert werden. (belga/rt)

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