Belgisches Saatgut für die Wälder von morgen

<p>Das forstliche Saatgut-Zentrum (comptoir forestier) in Marche-en-Famenne befindet sich in einem avantgardistischen Gebäude.</p>
Das forstliche Saatgut-Zentrum (comptoir forestier) in Marche-en-Famenne befindet sich in einem avantgardistischen Gebäude. | Foto: Philippe Samyn et associés

Die Einrichtung, die 1995 gegründet wurde, ist in Belgien einzigartig. Ihre Aufgabe besteht in der Sammlung, Aufbereitung und Vermarktung von Forst- und Strauchsamen. Die Samen werden an öffentliche und private Baumschulen geliefert, wo daraus qualitätsgeprüfte Jungpflanzen für die Wiederaufforstung herangezogen werden.

Qualität der Bäume, Produktivität und biologische Vielfalt

„Das ermöglicht es, die Qualität der Bäume sowie die Produktivität unserer Wälder zu steigern und gleichzeitig die biologische Vielfalt zu bewahren“, erklärte Éléonore Scholzen, Ingenieurin bei der Abteilung Natur und Forsten der Wallonischen Region (DNF) und Leiterin des Comptoir forestier. Seit seiner Gründung hat das Comptoir forestier mehr als 80 Tonnen Saatgut gesammelt und verarbeitet. Zudem wurden über 160 Millionen Jungpflanzen bereitgestellt, die zur Regeneration von rund 80.000 Hektar Wald beigetragen haben. Angesichts des Klimawandels setzt die Einrichtung verstärkt auf die Diversifizierung von Baumarten und Herkünften. Ziel ist es, die Widerstandsfähigkeit der Wälder gegenüber Trockenperioden und Hitzewellen zu erhöhen. „Wir suchen gezielt nach Arten aus südlicheren oder östlicheren Regionen, die besser an wärmere und trockenere Bedingungen angepasst sind“, so Scholzen. Für diese Strategie sind internationale Partnerschaften erforderlich. Derzeit bestehen enge Kontakte zu Frankreich. Künftig sollen die Kooperationen auf weitere Länder ausgeweitet werden – insbesondere auf Staaten, deren heutiges Klima den prognostizierten künftigen Bedingungen in Belgien entspricht. Mit drei Jahrzehnten Erfahrung bleibt das Comptoir forestier damit ein zentraler Akteur für die nachhaltige Entwicklung und Zukunftssicherung der wallonischen Wälder. Das Comptoir forestier befindet sich in einer außergewöhnlichen architektonischen „Blase“ aus Holz und Glas. Das avantgardistische Gebäude beeindruckt durch seine spektakuläre Tragkonstruktion aus massivem, dampfgebogenem Ardenner Fichtenholz. Besichtigungen sind montags bis freitags von 9 bis 16 Uhr möglich, vorzugsweise nach vorheriger Terminvereinbarung. (belga/arco)

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