Trotz wachsender Konkurrenz durch Streamingdienste und Podcasts bleibt die klassische Live-Radioübertragung das meistgenutzte Format. Mit durchschnittlich 2 Stunden und 50 Minuten pro Tag entfällt rund 61 Prozent der gesamten Audio-Nutzungszeit auf das lineare Radioprogramm – wenn auch mit leicht rückläufiger Tendenz.
Für die Studie wurden zwischen September und November 2025 insgesamt 4.274 Belgier im Alter von 12 bis 74 Jahren befragt. Berücksichtigt wurden alle Formen des Audiokonsums – von klassischen Radiogeräten über Streamingdienste bis hin zur eigenen Musiksammlung. Neben belgischen Anbietern flossen auch internationale Plattformen in die Analyse ein.
Streaming auf dem Vormarsch
Während das Live-Radio dominiert, holen On-Demand-Angebote kontinuierlich auf. Besonders kostenpflichtige Streamingdienste gewinnen an Bedeutung und machen mittlerweile 15,7 Prozent der täglichen Audionutzung aus. Kostenlose Streamingangebote kommen auf 6,5 Prozent. Podcasts spielen weiterhin eine vergleichsweise kleine Rolle im Gesamtmarkt, wachsen jedoch langsam weiter.
Ein Blick auf die Regionen zeigt deutliche Unterschiede: In Flandern bleibt das Live-Radio besonders stark und erreicht dort 66 Prozent der Audionutzung. In der Wallonie liegt der Anteil bei 54 Prozent. Dafür greifen Wallonen häufiger zu digitalen Angeboten wie Streaming, Podcasts oder Videoplattformen.
Junge Hörer hören anders
Besonders auffällig ist das veränderte Hörverhalten der unter 35-Jährigen. Sie nutzen neben dem Radio deutlich häufiger kostenlose Streamingdienste. Diese erreichen in dieser Altersgruppe einen Anteil von 27,3 Prozent – im Vergleich zu 19,6 Prozent bei den 18- bis 54-Jährigen insgesamt. In der Wallonie erzielen kostenlose Plattformen bei jungen Menschen inzwischen eine ähnliche tägliche Reichweite wie große Radiosender. In Flandern dagegen bleibt das Radio auch bei der jungen Generation klar führend.
Zuhause wird am meisten gehört
Mehr als die Hälfte des Audiokonsums (55 Prozent) findet weiterhin in den eigenen vier Wänden statt. 22 Prozent entfallen auf das Hören am Arbeitsplatz, 15 Prozent auf unterwegs – etwa im Auto oder in öffentlichen Verkehrsmitteln.
Auch bei den Endgeräten zeichnet sich ein Wandel ab. Klassische Radiogeräte kommen noch auf 42 Prozent der Hörzeit, digitale Geräte wie Smartphones, Computer oder smarte Lautsprecher liegen mit 40 Prozent inzwischen fast gleichauf.
Trotz aller Veränderungen bleibt die UKW- bzw. DAB+-Ausstrahlung weiterhin stabil. Andere Verbreitungswege entwickeln sich zwar weiter, große Verschiebungen sind derzeit jedoch nicht zu beobachten. (belga/calü)

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