Nach Angaben der Agentur ist Autofahren eine komplexe Tätigkeit, bei der gleichzeitig Aufmerksamkeit, Koordination, Reaktionsfähigkeit und Wahrnehmung gefordert sind. Bestimmte gesundheitliche Probleme können diese Fähigkeiten beeinträchtigen und damit das Unfallrisiko erhöhen – sowohl für die betroffenen Fahrer selbst als auch für andere Verkehrsteilnehmer.
Zu den möglichen Risikofaktoren zählen laut AWSR unter anderem Erkrankungen, die Beweglichkeit oder Kraft einschränken und damit das Lenken oder Bedienen der Pedale erschweren. Auch Krankheiten, die zu plötzlichem Unwohlsein führen können, etwa bestimmte Herzprobleme, Diabetes mit Hypoglykämierisiko oder Epilepsie, spielen eine Rolle. Darüber hinaus können neurologische oder psychiatrische Erkrankungen das Verhalten und die Einschätzung von Gefahrensituationen beeinflussen. Ebenso gelten schwere Schlafstörungen, Aufmerksamkeitsprobleme oder Sehschwächen als mögliche Sicherheitsrisiken im Straßenverkehr.
In Belgien werden angehende Fahrer bei der Beantragung ihres Führerscheins über die medizinischen Anforderungen informiert und müssen erklären, dass keine gesundheitlichen Einschränkungen vorliegen, die das Fahren ausschließen. Ändert sich der Gesundheitszustand später, sind Betroffene verpflichtet, einen Arzt zu konsultieren, um ihre Fahrtauglichkeit überprüfen zu lassen. Je nach Situation kann der Arzt selbst eine Bescheinigung ausstellen oder eine weitergehende Untersuchung beim zuständigen Dienst für Fahreignung veranlassen.
Nach Angaben der AWSR werden jährlich rund 2.300 Fahrerinnen und Fahrer beziehungsweise Führerscheinanwärter medizinisch überprüft, ergänzt durch praktische Fahrtests. Etwa 95 Prozent gelten anschließend weiterhin als fahrgeeignet – häufig jedoch unter bestimmten Auflagen, etwa durch Anpassungen am Fahrzeug oder Einschränkungen bei der Nutzung des Führerscheins.
Die Agentur geht allerdings davon aus, dass viele Betroffene das Thema aus Angst vor einem möglichen Führerscheinentzug nicht von sich aus ansprechen. Mit einer neuen Sensibilisierungskampagne will die AWSR daher stärker auf den Zusammenhang zwischen Gesundheit und Verkehrssicherheit aufmerksam machen. In drei Videos wird dabei ein Vergleich mit der verpflichtenden technischen Kontrolle von Fahrzeugen gezogen. (belga/rt)

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