„Dynamische“ Energieverträge: Kaum Nachfrage in der Wallonie und Brüssel

<p>CREG-Bericht: „Dynamische“ Stromtarife bleiben im Süden Belgiens Randerscheinung.</p>
CREG-Bericht: „Dynamische“ Stromtarife bleiben im Süden Belgiens Randerscheinung. | Foto: picture alliance/dpa

Konkret wurden in Brüssel bislang 93 „dynamische“ Verträge abgeschlossen, in der Wallonie sogar nur sechs. Zusammen sind das gerade einmal rund 100 Verträge. In ganz Belgien liegt der Marktanteil dynamischer Stromtarife damit bei lediglich 0,4 Prozent.

Preis ändert sich alle 15 Minuten

Bei „dynamischen“ Stromverträgen wird der Preis viertelstündlich an die Marktpreise angepasst. In Flandern gibt es dieses Modell bereits seit einigen Jahren. Ende September waren dort 20.453 solcher Verträge registriert. In Brüssel und der Wallonie wurde ein entsprechendes Angebot erst im vergangenen Jahr eingeführt – entsprechend verhalten fällt bislang das Interesse aus.

Ende 2024 boten 16 Energieversorger landesweit „dynamische“ Tarife an, verteilt auf rund 30 verschiedene Produkte.

Sparpotenzial – aber nur bei flexiblem Verbrauch

Die CREG warnt jedoch davor, die Verträge als Selbstläufer zu betrachten. Wer sein Verbrauchsverhalten nicht anpasst – also nicht gezielt mehr Strom in günstigen Stunden nutzt und Lastspitzen meidet –, riskiert am Ende höhere Kosten als mit einem klassischen Tarif.

Wer hingegen flexibel reagiert, kann profitieren. So war es im vergangenen Jahr deutlich günstiger, ein Elektroauto am Nachmittag zu Hause zu laden: Das kostete im Schnitt 152 Euro weniger als ein Ladevorgang am Abend. Auch nächtliches Laden brachte einen Vorteil von rund 94 Euro.

Die Botschaft der Energieaufsichtsbehörde ist klar: Ein „dynamischer“ Stromvertrag lohnt sich nur, wenn der eigene Verbrauch systematisch an die Marktschwankungen angepasst wird. Ohne aktives Energiemanagement bleibt das Sparpotenzial ungenutzt. (belga/calü)

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