Vorname fürs Kind: Frauen haben in Belgien öfter das letzte Wort

<p>Die Wahl des Vornamens gilt als gemeinsame Entscheidung – doch laut einer Umfrage setzt sich besonders bei jungen Eltern häufiger ein Elternteil mit seinem Favoriten durch.</p>
Die Wahl des Vornamens gilt als gemeinsame Entscheidung – doch laut einer Umfrage setzt sich besonders bei jungen Eltern häufiger ein Elternteil mit seinem Favoriten durch. | Foto: picture alliance/dpa

Laut einer Umfrage des Unternehmens My Nametags gibt in Belgien jeder fünfte Elternteil unter 34 Jahren an, seinen Namensvorschlag dem Partner oder der Partnerin letztlich aufgezwungen zu haben.

Zwar betonen insgesamt 84 Prozent der befragten Eltern, den Vornamen gemeinsam gewählt zu haben. Doch rund 10 Prozent räumen ein, die Entscheidung alleine durchgesetzt zu haben – bei den unter 34-Jährigen verdoppelt sich dieser Anteil. Die Zahlen deuten auf einen Generationenunterschied hin: Jüngere Paare scheinen ihre Positionen selbstbewusster zu vertreten.

Über alle Altersgruppen hinweg geben Frauen deutlich öfter an, beim Vornamen das letzte Wort gehabt zu haben: 12 Prozent sprechen von einer durchgesetzten Entscheidung, bei den Männern sind es lediglich 6 Prozent. Auch bei den unter 34-Jährigen bleibt dieser Unterschied bestehen. Trotz moderner Rollenbilder scheint die Namenswahl also weiterhin eher „Frauensache“ zu sein.

Regionale Unterschiede zeigen sich ebenfalls – wenn auch moderat. In Flandern setzen 87 Prozent der Eltern auf eine gemeinsame Entscheidung, in der Wallonie sind es 81 Prozent. Bei den jungen Eltern hingegen ist die Tendenz, einen Namen durchzusetzen, in beiden Landesteilen gleich ausgeprägt: Rund jeder Fünfte berichtet davon. Die Entwicklung scheint damit sprachübergreifend.

Klang, Zeitlosigkeit – und Angst vor Spott

Der Vorname wird selten dem Zufall überlassen. Für 26 Prozent der belgischen Eltern ist die Harmonie mit dem Nachnamen das wichtigste Kriterium. Ebenso entscheidend sind eine einfache Aussprache, die zeitlose Wirkung des Namens oder die Sorge, das Kind könnte später wegen seines Namens gehänselt werden. Viele Eltern denken also bereits an den Schulhof, wenn sie die Entscheidung treffen.

Kaum Reue bei Eltern – mehr bei Kindern

Während nur 3 Prozent der Eltern im Nachhinein mit der Wahl unzufrieden sind, sieht es aufseiten der Kinder anders aus. 13 Prozent der unter 34-Jährigen geben an, ihren eigenen Vornamen nicht zu mögen. Bei den 35- bis 54-Jährigen sind es 6 Prozent, bei den über 55-Jährigen lediglich 2 Prozent. Offenbar verändert sich das Verhältnis zum eigenen Namen mit jeder Generation. (calü)

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