Organisiert wird die Initiative vom Patienten Rat & Treff (PRT) und der Arbeitsgemeinschaft für Suchtvorbeugung und Lebensbewältigung (ASL). Sie richtet sich an alle, die neugierig sind, wie sich eine Alkoholpause auf Körper, Geist und Alltag auswirkt.
Warum eine eigene „Challenge“ für Ostbelgien? Für viele Menschen ist die Fastenzeit traditionell mit bewusstem Verzicht und persönlicher Reflexion verbunden. Gerade nach den karnevalsintensiven Tagen in Ostbelgien bietet sie einen idealen Moment, um innezuhalten, dem Körper etwas Gutes zu tun und gewohnte Muster zu hinterfragen – auch beim Alkoholkonsum. „Eine regionale Challenge ermöglicht es, gezielt auf die Lebensrealität in Ostbelgien einzugehen und lokale Akteure einzubinden“, erklärt Madita Willems, Suchtberaterin der ASL. „Ergänzend zu landesweiten Initiativen wie der Tournée Minérale stärkt ein regional verankertes Format die Identifikation und die nachhaltige Wirkung. Wir setzen bewusst auf Nähe, Sichtbarkeit und Gemeinschaft.“ Bereits einige Wochen ohne Alkohol können unter anderem zu besserem Schlaf, mehr Energie und gesteigerter Konzentration führen. Internationale Studien, etwa der Weltgesundheitsorganisation WHO, sowie Erfahrungen aus vergleichbaren Programmen wie „Ik Pas“ in den Niederlanden zeigen: Zeitlich begrenzte alkoholfreie Aktionen führen nicht nur kurzfristig zu weniger Konsum, sondern können langfristig zu einem bewussteren Umgang mit Alkohol beitragen. Viele Teilnehmende berichten, ihren Alkoholkonsum auch nach der Challenge achtsamer zu gestalten. Die „Heute nicht“-Challenge versteht sich daher nicht als reine Verzichtsaktion, sondern als Einladung zur Reflexion: Muss Alkohol immer dazugehören? Oder geht Genuss auch anders? Zahlreiche ostbelgische Partner unterstützen die „Heute nicht“-Challenge auch in diesem Jahr. Dazu zählen unter anderem die Polizei sowie weitere engagierte Botschafterinnen und Botschafter aus der Region.
Gesundheitsministerin und Botschafterin Lydia Klinkenberg (ProDG) bringt es auf den Punkt: „‚Nein‘ zu sagen fällt gemeinsam deutlich leichter. Die Challenge zeigt, dass man mit dieser Entscheidung nicht allein ist.“ Ein starkes Zeichen setzt erneut auch der Profisport. Spielerinnen und Spieler der AS Eupen engagieren sich als Botschafter der Aktion und stehen für eine klare Botschaft: „Wir feiern Tore ohne Alkohol.“ Gerade im Leistungssport zeigt sich, wie sehr ein bewusster Umgang mit Alkohol Konzentration, körperliche Leistung und Regeneration beeinflusst. An diesem Samstag (7. Februar, Anpfiff 16 Uhr), beim Heimspiel der AS Eupen gegen KV Kortrijk, wird das Organisationsteam von „Heute nicht“ erneut vor Ort sein und für die Aktion werben. „Das ‚Heute nicht‘-Bändchen ist für viele mehr als nur ein Zeichen nach außen“, berichtet Isabelle Kniebs, Mitarbeiterin des Patienten Rat + Treff (PRT). „Wir werden sogar aus dem Ausland kontaktiert – auch von Teilnehmenden aus Selbsthilfegruppen. Denn ‚Heute nicht‘ bedeutet nicht: nie wieder, sondern: Heute treffe ich diese Entscheidung. Und morgen treffe ich eine neue bewusste Entscheidung.“ Die Bändchen sind kostenlos im PRT, bei der ASL sowie in zahlreichen Geschäften und Anlaufstellen in Ostbelgien erhältlich.
Ein Highlight ist ein Afterwork-Event am 5. März, ab 17 Uhr, im Foyer des BRF in Eupen, das ganz im Zeichen des Genusses steht. Alkoholfreie Getränke sind längst kein Nischenprodukt mehr: 0,0%-Produkte liegen im Trend und werden qualitativ immer besser. Ein Biersommelier aus der Region wird in die Thematik einführen, Verkostungen anbieten und zeigen, wie vielfältig alkoholfreier Genuss heute sein kann. Dabei wird auch über wichtige Unterschiede informiert: 0,0 Prozent ist nicht gleich alkoholfrei. Während 0,0%-Getränke tatsächlich keinen Alkohol enthalten, dürfen „alkoholfreie“ Getränke bis zu 0,5 Prozent Alkohol enthalten. Für bestimmte Zielgruppen – etwa Menschen mit einer Alkoholabhängigkeit oder in Abstinenz – sind solche Produkte daher nicht immer empfehlenswert. Auch darüber soll informiert und sensibilisiert werden. (red/sc)
Weitere Informationen unter www.heute-nicht.be

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