Für die Studie wurden 13 grundlegende Aspekte des täglichen Lebens berücksichtigt, darunter das Bezahlen von Rechnungen, das angemessene Heizen der Wohnung, der Ersatz abgenutzter Kleidung oder Möbel, der Besitz von zwei Paar Schuhen oder die Möglichkeit, sich einen Internetanschluss leisten zu können.
Haushalte, die in mindestens fünf dieser Bereiche Einschränkungen aufweisen, gelten als materiell und sozial benachteiligt. Insgesamt betraf dies im vergangenen Jahr 9,4 Prozent der Bevölkerung. Deutliche regionale Unterschiede bleiben bestehen: In der Wallonie liegt der Anteil bei 14,1 Prozent, in Brüssel bei 18,5 Prozent, während Flandern mit 5,2 Prozent deutlich unter dem nationalen Durchschnitt liegt.
Eine unerwartete Ausgabe von 1.450 Euro stellt für 22,1 Prozent der Belgier ein unüberwindbares Problem dar. Besonders betroffen sind Arbeitslose (54,7 Prozent), Personen mit geringem Einkommen (53,3 Prozent), Mieter (49,7 Prozent), Alleinerziehende (49,1 Prozent) sowie Menschen mit niedrigem Bildungsniveau (37,5 Prozent). Auch hier zeigen sich deutliche regionale Unterschiede: Während 40,7 Prozent der Brüsseler und 31,6 Prozent der Wallonen eine solche Ausgabe nicht tragen können, liegt der Anteil in Flandern bei 13,6 Prozent.
Nach der Energiekrise der vergangenen Jahre hat sich die Situation beim Heizen leicht verbessert. Zum zweiten Mal in Folge ging der Anteil der Haushalte zurück, die ihre Wohnung nicht ausreichend beheizen können: 4,2 Prozent im Jahr 2025 gegenüber 4,8 Prozent im Jahr 2024 und sechs Prozent im Jahr 2023. In Brüssel bleibt das Problem jedoch ausgeprägter: Dort verfügt fast jede zehnte Person (9,6 Prozent) nicht über ausreichende Mittel zum Heizen, verglichen mit 7,6 Prozent in der Wallonie und 1,4 Prozent in Flandern.
Auch Freizeitaktivitäten bleiben für einen Teil der Bevölkerung schwer zugänglich. Rund jeder fünfte Belgier kann sich keine einwöchige Urlaubsreise leisten. Jeder Zehnte kann nicht regelmäßig an Freizeitaktivitäten wie Sport, Kino- oder Konzertbesuchen teilnehmen, während 11,4 Prozent nicht über die finanziellen Mittel verfügen, wöchentlich einen kleinen Betrag für persönliche Ausgaben aufzuwenden. (belga/rt)

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