Pro & Contra: Soll die Fußball-WM 2026 boykottiert werden?
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Kommentare
Zugegeben, jeder Vergleich hinkt.
Im Rückblick gibt es wohl niemanden, der bestreitet, dass die Olympischen Spiele 1936 in Berlin nie hätten stattfinden dürfen und von den Staaten hätten boykottiert werden müssen. Bereits zu diesem Zeitpunkt war offensichtlich, mit welcher menschenverachtende Ideologie das Nazi-Regime das Land in einen diktatorischen und verbrecherischen Unrechtsstaat verwandelte. Das Ergebnis ist bekannt.
Kein Vergleich wird dem gerecht, was sich ab den 30er Jahren in Deutschland ereignete und dennoch sind die Eckmarken zu dem, was sich zur Zeit in den USA abspielt erschreckend ähnlich. Der Abbau des Rechtsstaates, der Gewaltenteilung, der Presse- und Meinungsfreiheit, demokratischer Errungenschaften,… das Ganze rund um einen „Führerkult“.
Umberto Eco, italienischer Schriftsteller, Philosoph und Medienwissenschaftler, hat vor über 30 Jahren versucht, faschistoide Tendenzen an 14 Merkmalen zu verdeutlichen. Die Übereinstimmung mit dem, was das… Trump-Regime zuletzt in den vergangenen 12 Monaten in den USA und mit der regelbasierten „Weltordnung“ veranstaltet hat ist frappierend und erschreckend zugleich.
Selbstverständlich würde ein Boykott der WM die politischen Verhältnisse in den USA nicht umkehren, aber aus Selbstachtung (!) und auch als Zeichen in die USA, dass „America First“ so wie Trump und seine Schergen es umzuwandeln versuchen, sich zunehmend in ein „America Alone“ verwandelt, ist ein Boykott das einzige wirkungsvolle Instrument, um auch dem letzten Maga-Verblendeten die Augen zu öffnen.
Wir wissen alle, dass es wegen unserer… Doppelmoral und vermeintlicher oder realer Abhängigkeiten von den USA zu keinem Boykott kommen wird. Da ist uns das Hemd dann doch näher als die Hose. Pfui Teufel…
(P.S. Wie wenig eine Teilnahme und Manifestierung“ vor Ort geeignet ist, Zeichen zu setzen, hat zuletzt die deutsche Nationalmannschaft bei der WM in Katar mit ihrer Regenbogenarmbinde und der demonstrativen „Hand vor dem Mund“ erfahren. Der Schuss ging wohl eher nach hinten los.)
Der Fussballsport soll dieses Mal "Moral" haben?
Und deshalb soll die in den USA boykottiert werden?
Und warum wurde die WM 2022 in Qatar nicht boykottiert, fand diese doch statt in einem autokratischen Islamistenregime, wo Arbeitsrechte für Ausländer gleich Null sind weil beliebig?
"Haltung zeigen", wie Kurt Pothen schreibt, ist doch wiedermal der Gipfel der Doppelmoral der Gutmenschen: es gehört zum medialen Ereignis wie die WM selbst, nur dass dieses 'Haltung-zeigen' eine noch verlogenere Show ist.
Herr Leonard verweist auf den Versuch des italienischen Schriftstellers Umberto Eco (unvergessen: „Der Name der Rose“), faschistoide Tendenzen an 14 Merkmalen zu verdeutlichen.
Dazu findet sich auf ZEIT-Online ein Artikel vom 17.10.2017 unter der Überschrift: „14 Merkmale des Ur-Faschismus nach Umberto Eco“ (Mit Google leicht zu finden)
Er listet auf:
1. Traditionalismus
2. Ablehnung der Moderne
3. Irrationalismus
4. Ablehnung der analytischen Kritik
5. Ablehnung von Meinungsvielfalt und Pluralismus
6. Entstehen durch individuelle oder soziale Frustration
7. Nationalismus
8. Demütigung vom Reichtum und der Macht der Fremden
9. Das Leben ist nur um des Kampfes willen da.“
10. Elitedenken
11. Erziehung zum Heldentum
12. Frauenverachtung
13. Selektiver Populismus
14. Neusprech
„Nicht jedes Merkmal trifft auf jede Partei der Neuen Rechten zu und manche widersprechen sich auch, aber die Marschrichtung ist klar erkennbar.
Wohlgemerkt: Diese Gedanken stammen aus einer Rede von Umberto Eco 1995, lange vor dem Wiedererstarken der faschistischen Bewegungen in Europa.“
15. Es gibt noch ein weiteres Element des Faschismus: Das Bestreben, die Medien übernehmen zu wollen und der Drang, in ihnen präsent zu sein.
(„Geschichte der Gegenwart“ – 26.05.2024 – „Das fünfzehnte Element des Faschismus“)
Es bleibt nun jedem überlassen, herauszufinden, wie viele Kriterien der GRÖPAZ und seine MAGA-Bewegung auf sich vereinen.
Das Urteil dürfte wohl eindeutig ausfallen.
die Originalformulierungen von Eco's 14 Punkten lauten folgendermaßen:
1. Kult der Tradition – Wahrheit gilt als bereits offenbart; Fortschritt wird misstrauisch gesehen
2. Ablehnung der Moderne – Rationalismus und Aufklärung werden als Verfall interpretiert
3. Kult der Aktion um der Aktion willen – Handeln ohne Nachdenken; Denken gilt als Schwäche
4. Ablehnung von Kritik – Widerspruch wird als Verrat betrachtet
5. Angst vor dem Anderen – Fremdenfeindlichkeit, Rassismus, Nationalismus,
6. Appell an eine frustrierte Mittelschicht – Ausnutzung sozialer Abstiegsängste
7. Fixierung auf Verschwörungen – Gefühl permanenter Bedrohung durch geheime Feinde
8. Der Feind ist zugleich stark und schwach – widersprüchliche Feindbilder
9. Ablehnung des Pazifismus – Leben wird als permanenter Kampf gesehen
10. Verachtung der Schwachen – Elitismus (auch Elitarismus) und soziale Grausamkeit
11. Kult des Heldentums – jeder soll zum Helden und Märtyrer werden
12. Machismo – Überbetonung von Männlichkeit, Geringschätzung von Frauen
13. Selektiver Populismus – „Das Volk“ spricht mit einer einzigen, behaupteten Stimme
14. Neusprech – Verarmung der Sprache, um kritisches Denken zu verhindern
Die Mehrzahl dieser 14 Punkte treffen auf ALLE Ideologien zu, die es fertig kriegen, einen Staat zu kapern. Da hinein passt auch der Kommunismus aus China und Nord-Korea, Imperialismus aus Russland, und auch die islamischen Regime von Afghanistan, Pakistan, Saudi-Arabien, Gaza-Streifen bis Iran. Und auch linke und rechte Weltansichten im Westen und anderswo. Man kann diese Punkte auch als generelle Kritik an Politik verstehen. Umberto Eco hat die 14 Merkmale absichtlich allgemein und offen formuliert, nicht nur gegen 'rechten Ur-Faschismus' - diese Behauptung trifft nicht zu.
Punkt 15 (Das Bestreben, die Medien übernehmen zu wollen) hat jede Politik. das gibt es überall.
Und der linke grüne Wokeismus ist auch so, weil der keinen Widerspruch duldet.
Und eines Tages auch der Machtanspruch der Eurokratie, wenn das so weiter geht.
Fazit: Im Westen nichts Neues.
Honi soit qui mal y pense...
Aha, der Herr Scholzen mit seinem üblichen Whataboutismus.
"Whataboutismus (abgeleitet von englisch „What about…?“ – „Was ist mit…?“) ist eine rhetorische Ablenkungstaktik, bei der ein kritisches Argument nicht inhaltlich beantwortet, sondern durch eine Gegenfrage oder einen Verweis auf ein anderes (oft problematisches) Thema relativiert wird
. Ziel ist es, von der ursprünglichen Debatte abzulenken, den Gegner zu diskreditieren und eine sachliche Auseinandersetzung zu verhindern."
Sagt die KI.
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