Laut einer AWSR-Umfrage unter 1.000 Personen wissen viele nicht, wie sie sich nach einem Unfall verhalten sollen. Nach den Grundregeln der Ersten Hilfe gilt die Reihenfolge „Schützen, Alarmieren, Retten“ oft zusammengefasst unter dem Kürzel P.A.S. (vom Französischen „protéger, alerter, secourir“).
„Viele wollen sofort helfen, doch ohne vorherige Absicherung kann sich die Lage noch verschlimmern. Deshalb muss zuerst die Unfallstelle gesichert werden“, betont die AWSR.
Doch genau daran hapert es: Nur 27 Prozent der Befragten kennen diese Prioritäten. Und lediglich jeder Achte (12 Prozent) weiß, in welcher Entfernung das Warndreieck aufzustellen ist – mindestens 30 Meter auf normalen Straßen und 100 Meter auf Autobahnen.
Um sich selbst zu schützen und die Unfallstelle abzusichern, empfiehlt die Agentur: Warnblinkanlage einschalten, das Fahrzeug möglichst so abstellen, dass es den Verkehr nicht behindert, vor dem Aussteigen eine Warnweste anziehen und die Motoren der beteiligten Fahrzeuge ausschalten. Die Polizei rät außerdem, sofern möglich, die Räder in Richtung Fahrbahnrand einzuschlagen, um ein Weiterrollen der Fahrzeuge zu verhindern.
Auch die Sichtverhältnisse spielen eine entscheidende Rolle: „Jeder zehnte Folgeunfall ereignet sich bei völliger Dunkelheit“, warnt die AWSR.
Gibt es Verletzte, müssen die Rettungsdienste umgehend unter der Notrufnummer 112 verständigt werden. Die Agentur empfiehlt zudem, die 112-App auf dem Smartphone zu installieren, da sie eine genaue Ortung ermöglicht und die Kommunikation mit der Leitstelle erleichtert. Vor dem Anruf sollte – wenn möglich – kurz der Zustand der Verletzten eingeschätzt werden, um präzise Informationen weiterzugeben.
Bis zum Eintreffen der Rettungskräfte können einfache, aber wichtige Maßnahmen ergriffen werden, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen: die verletzte Person zudecken, beruhigend ansprechen und wach halten; bei Atemproblemen enge Kleidung lockern und prüfen, ob die Atemwege frei sind.
Was man hingegen vermeiden sollte: Verletzte bewegen – außer bei akuter Gefahr wie Feuer oder Explosionsrisiko – sowie ihnen Essen oder Trinken geben, selbst wenn sie danach fragen.
Abschließend mahnt die AWSR auch andere Verkehrsteilnehmer: Sind die Rettungsdienste bereits vor Ort, sollte man nicht anhalten und die Fahrbahn blockieren, sondern den Bereich vorsichtig und zügig passieren und die Beschilderung beachten. Auch Gaffen oder das Fotografieren und Filmen von Unfallstellen könne gefährlich sein und im schlimmsten Fall neue Unfälle verursachen. Zudem könnten Bilder in sozialen Netzwerken Angehörige der Opfer auf brutale Weise über das Geschehen informieren. (belga/calü)

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