Maßgeblichen Anteil am Erfolg hatte Spielmacher Juri Knorr, der mit zehn Treffern seine bislang stärkste Turnierleistung zeigte. Im Halbfinale trifft die DHB-Auswahl am Freitag auf Vizeweltmeister Kroatien.
Vor 10.850 Zuschauern in der Jyske Bank Boxen präsentierte sich Deutschland im Alles-oder-Nichts-Spiel offensiv effizient und in den entscheidenden Momenten nervenstark. Knorr, der im Turnierverlauf zuvor noch hinter den Erwartungen geblieben war, übernahm früh Verantwortung und lenkte das deutsche Angriffsspiel mit hoher Präsenz. „Die letzten Tage waren nicht einfach, ich habe schon viel gegrübelt“, sagte der Rückraumspieler nach der Partie. „Aber man muss einfach weitermachen.“
Deutschland begann mit viel Tempo und Offensivdrang. Andreas Wolff kehrte nach dem Dänemark-Spiel in die Startformation zurück und bekam mit zunehmender Spieldauer auch defensiv Unterstützung. Nach ausgeglichenem Beginn (7:7) stabilisierte sich die Abwehr, acht Minuten ohne Gegentreffer sorgten für einen ersten Vorsprung. Beim 11:7 (18.) hatte sich die DHB-Auswahl erstmals abgesetzt, zur Pause führte sie mit 19:15.
Auch nach dem Seitenwechsel blieb Deutschland zunächst bestimmend. Knorr traf beim 24:19 (35.) bereits zum zehnten Mal, ehe Frankreich nochmals herankam. Zwölf Minuten vor dem Ende schrumpfte der Vorsprung auf ein Tor, doch das deutsche Team behielt die Ruhe. Mehrere Pfostentreffer der Franzosen und eine wichtige Parade von Wolff verhinderten den Ausgleich, am Ende brachte Deutschland den Sieg kontrolliert über die Zeit.
Den Gruppensieg in der deutschen Hauptrundengruppe sicherte sich Dänemark. Der Olympiasieger und Weltmeister setzte sich im abschließenden Gruppenspiel deutlich mit 38:24 (19:16) gegen Norwegen durch. Nach einer ausgeglichenen ersten Hälfte zog der Favorit im zweiten Durchgang davon. Welthandballer Mathias Gidsel und Emil Jakobsen waren mit jeweils sieben Treffern die erfolgreichsten Werfer. Als Gruppensieger trifft Dänemark im Halbfinale auf Island.
Island hatte sich sein Halbfinalticket bereits am Nachmittag mit einem 39:31 (18:16) gegen Slowenien gesichert. Für die Isländer ist es die erste Teilnahme an einem EM-Halbfinale seit 2010. In der Parallelgruppe II setzte sich Kroatien mit 27:25 (13:15) gegen Ungarn durch und sicherte sich ebenfalls Platz eins. Das Team von Trainer Dagur Sigurdsson musste dabei lange einem Rückstand hinterherlaufen und ging erst in der 46. Minute erstmals in Führung.
Co-Gastgeber Schweden war durch die Ergebnisse der Konkurrenz bereits vor dem letzten Hauptrundenspiel ausgeschieden, verabschiedete sich aber mit einem klaren 34:21 (14:12) gegen die Schweiz. Als Tabellendritter bestreitet Schweden nun das Platzierungsspiel um Rang fünf gegen Portugal, das sich zum Abschluss mit 35:27 gegen Spanien durchsetzte.
Für Deutschland richtet sich der Fokus nun auf das Halbfinale gegen Kroatien. Der Einzug in die Runde der letzten vier bedeutet bereits den größten EM-Erfolg seit dem Titelgewinn 2016 – mit der Chance, am Wochenende erneut um die europäische Krone zu spielen. (kupo/sid)

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