Bis 2050 sollen in der Nordsee 100 Gigawatt Offshore-Windkapazität entstehen. Um Investitionssicherheit zu schaffen, sind auch nach 2030 weitere Ausschreibungen vorgesehen. Im Gegenzug verpflichtet sich die Branche, die Stromerzeugungskosten bis 2040 um 30 Prozent zu senken. Bis 2030 sollen zudem 9,5 Milliarden Euro investiert und rund 91.000 Arbeitsplätze geschaffen werden.
Der Gipfel knüpft an Treffen seit 2022 an, bei denen als Reaktion auf die Energiekrise nach dem russischen Angriff auf die Ukraine Pläne für insgesamt 300 Gigawatt Offshore-Kapazität entworfen wurden – gegenüber derzeit rund 35 Gigawatt. Erstmals nahmen auch die NATO, die Europäische Kommission und Island auf hoher Ebene teil; thematisiert wurden dabei auch Bedrohungen für Energieinfrastruktur und Datenkabel als Schlüsselfaktoren europäischer Sicherheit.
Belgien wurde bei dem Treffen durch Premierminister Bart De Wever (N-VA) und Nordseeministerin Annelies Verlinden (CD&V) vertreten. Verlinden hatte bereits im Vorfeld angekündigt, Belgiens Rolle als treibende Kraft einer sicheren, integrierten und strategisch starken Nordseeregion zu unterstreichen. Die Nordsee sei längst nicht mehr nur ein ökologisch wertvoller Raum, sondern entwickle sich zunehmend zu einem geopolitischen Hebel für Europa – als Quelle erneuerbarer Energie, als Knotenpunkt für Daten- und Handelsströme und als schützenswerte Zone in Zeiten wachsender geopolitischer Spannungen.
Verlinden sprach sich erneut für ein integriertes europäisches Energienetz aus und warnte vor einer isolierten Entwicklung einzelner Offshore-Projekte. „Europa kann sich kein Energiepolitikmodell leisten, das vom Zufall abhängt. Eine klare und solide wirtschaftliche Grundlage für Offshore-Wind ist entscheidend, um Investitionen zu beschleunigen, Preise zu senken und unsere strategische Autonomie zu stärken“, betonte die Ministerin. Mit Blick auf Belgien kündigte Verlinden zudem die weitere Entwicklung der Prinzessin-Elisabeth-Zone an. Eine neue Ausschreibung für die ersten 700 Megawatt soll auf Basis eines stabilen und realistischen Rahmens erfolgen, der steigenden Kosten und der geopolitischen Lage Rechnung trägt. Eine frühere Ausschreibung war im vergangenen Jahr gestoppt worden.
Kritik kommt von der Plattform „Onze Energie“. Der Zusammenschluss von 32 Bürgerenergiegenossenschaften fordert weiterhin Raum für Bürgerbeteiligung und befürchtet, dass diese bei der neuen Vergabe nicht mehr ausreichend berücksichtigt wird. (belga/nc)

Kommentare
Kommentar verfassen
0 Comment
Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren.
AnmeldenRegistrieren