300 neue Haftplätze: Belgien reagiert auf massive Überbelegung

<p>Ein Blick auf die Haftanstalt von Paifve</p>
Ein Blick auf die Haftanstalt von Paifve | Foto: belga

Geplant ist demnach, die Container auf Flächen in unmittelbarer Nähe bestehender Gefängnisse aufzustellen. So soll das Gefängnis von Paifve in der Provinz Lüttich um 150 Plätze erweitert werden.

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Kommentare

  • 600Millionen für 300 Häftlinge. Das ist ja ein Schnäppchen. Gut das wir so eine Regierung haben.

  • Nirgends steht in dem Artikel, dass 600 Millionen € für die Unterbringung von 300 Häftlingen ausgegeben werden soll, sondern 116 Millionen € für die Anschaffung von Containern für 300 Häftlinge (150 Plätze in Lüttich, je 50 in Hasselt, Löwen und Brügge).
    Wofür die insgesamt 600 Millionen gedacht sind wird ebenfalls in dem Artikel aufgeführt (300 Millionen für die Schaffung zusätzlicher Haftplätze, 150 Millionen für Infrastruktur und Renovierung und 150 Millionen für zusätzliches Personal).

    Ohne Frage alles viel Geld über dessen Zweckmäßigkeit man geteilter Meinung sein kann, aber dennoch kein Grund, falsche Behauptungen aufzustellen. Die Situation in den belgischen Gefängnissen ist im europäischen Vergleich in vielerlei Hinsicht katastrophal: Überbelegung, Zustand der Infrastruktur, mangelndes Personal, Selbstmordrate.

    Nicht nur die Kriminalitätsstatistik sondern auch die Art und Weise, wie ein zivilisiertes Land mit verurteilten Straftätern umgeht, sagt etwas über den Zustand eines Landes und einer Gesellschaft aus.

  • Ja, Herr Leonard, noch so ein Kurzkommentar, der es mit der Wahrheit nicht so genau nimmt.

    In der Tat, die Zustände in unseren Gefängnissen sind katastrophal.
    Dabei sollten diese Anstalten doch nicht bloß zum Wegsperren von Straftätern dienen, sondern auch zur deren Resozialisierung, da die Todesstrafe bekanntlich nicht mehr existiert und auch lebenslängliche Freiheitsstrafen nicht mehr als solche angewandt werden, es sei denn bei besonders schweren Fällen etwa bei Triebtätern.

    Aber wer meint, diese Zustände seien der absolute Horror, sollte sich mal die Knastsystem in den USA anschauen, wobei es kaum eine Rolle spielt, ob die Bundesstaaten von Republikanern oder Demokraten dominiert werden.

    Einen aufschlussreichen Artikel gibt es dazu im Internet:
    "Das Gefängnissystem der USA: Im Land der Unfreiheit"
    Einleitung:
    "In den USA werden mehr Menschen eingesperrt oder überwacht als in jeder anderen Nation. Rund jede 100. erwachsene Person sitzt im Gefängnis, doppelt so viele sind bedingt verurteilt oder auf Bewährung entlassen. Die soziale Kontrolle ist ein großes Geschäft."

    Dieser Beitrag der Schweizer "Wochenzeitung" datiert zwar schon vom M¨ärz 2015, dürfte aber heute noch genauso aktuell sein wie damals.
    Einfach googeln !

  • Es ist leider eine Tatsache, daß für Kriminelle, für Einwohner, die mit dem Gesetz in Konflikt kommen, etwa einen Anteil im Promillebereich der Gesamtbevölkerung Belgiens, ein anteilmäßig viel größerer Betrag des Staatsbudgets aufgebracht werden muß um diesen Anteil der Gesamtbevölkerung zu "verwalten", denn dazu ist ein Justizapparat (Polizei, Gerichtsbarkeit, Staatsanwaltschaft, Justizvollzug ...) erforderlich. Der anteilmäßig geringe Bevölkerungsanteil der Straftäter verusacht einen einen anteilmäßig viel größeren Betrag am Staatsbudget. Kaufmännich gesehen ist das ein Unding, leider ist es absolut nötig denn wir leben in einem belgischen Staat, der zu unserem Glück das Prinzip der Gewaltenteilung hochhält (die USA gehören aktuell nicht mehr zu diesen Staaten).
    Kurz gesagt : leider sind die Kosten real, zu vermeiden sind sie leider nicht.

  • Schön solche Diskussionen. 115000000 ÷300 =386000 Euro. Ich hoffe das es zumindest ein hier in Belgien zugelassener sträfling ist.

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9 Comments