In dieser Woche hat Patrick Spies eine mündliche Frage an die wallonische Ministerin für Landwirtschaft und Forstwirtschaft, Anne-Catherine Dalcq (MR), zur Umsetzung der europäischen Entwaldungsverordnung (EUDR) gestellt. Ziel der Verordnung ist es, weltweit Entwaldung und Waldschädigung zu bekämpfen, indem der europäische Markt stärker reguliert wird.
Der Ameler Regionalabgeordnete begrüßte ausdrücklich das ökologische Anliegen der EUDR, machte jedoch deutlich, dass zahlreiche Akteure der wallonischen Holzbranche – darunter private und öffentliche Waldbesitzer sowie Unternehmen – teils große Bedenken und Sorgen geäußert hätten. Dies gelte auch für Betriebe, die ausschließlich mit europäischem Holz arbeiten und bereits nach strengen Standards wie PEFC oder FSC zertifiziert sind. Diese Zertifizierungen reichten jedoch nicht automatisch aus, um die neuen europäischen Anfordrungen zu erfüllen. „Die Holzbranche in der Wallonie arbeitet seit Jahren nachhaltig und verantwortungsvoll. Es wäre nicht nachvollziehbar, wenn gerade diese Akteure durch zusätzliche administrative Belastungen, höhere Kosten oder erschwerten Marktzugang benachteiligt würden“, betonte Spies.
In ihrer Antwort verwies Ministerin Dalcq auf Vereinfachungsmaßnahmen, die von der EU-Kommission im Dezember 2025 beschlossen wurden. Dazu gehören eine Verschiebung des Inkrafttretens der Verordnung auf 2027 sowie eine Überprüfung der administrativen Belastung bis April 2026. Zudem erläuterte sie, dass die Auswirkungen für viele Waldbesitzer überschaubar bleiben dürften, insbesondere wenn Holz weiterhin überwiegend „auf Stock“ verkauft wird. Begleitend seien Informationsveranstaltungen und technische Unterstützungsmaßnahmen vorgesehen.
Spies nahm diese Ankündigungen zur Kenntnis, machte jedoch klar, dass es nun auf die konkrete Umsetzung ankomme: „Die Sorgen der Akteure vor Ort sind real. Entscheidend wird sein, ob die angekündigten Vereinfachungen und Unterstützungsmaßnahmen tatsächlich spürbar sind und den Alltag der Betriebe erleichtern. Die Anwendung der EUDR muss verhältnismäßig, pragmatisch und fair erfolgen“. Eine pauschale Regelung dürfe nicht dazu führen, eine regionale, nachhaltige Holzbranche unnötig zu schwächen. Spies kündigte an, das Thema weiterhin aufmerksam zu verfolgen und erneut aufzugreifen, um sicherzustellen, dass die Maßnahmen den Realitäten der wallonischen Holzbranche gerecht würden. (red/nc)

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