Untersucht wurden die Jahre 2010 bis 2023 in Deutschland, Belgien, Spanien, den Niederlanden und dem Vereinigten Königreich. In allen fünf Ländern sei der Einsatz von ADHS-Medikamenten bei Erwachsenen deutlich gestiegen, insbesondere bei Frauen, heißt es in der Studie.
ADHS ist eine neurologische Entwicklungsstörung, die bereits im Kindesalter auftritt. Sie gilt als häufig unterdiagnostiziert. Zugleich wird in Fachkreisen seit Jahren kontrovers über ihre tatsächliche Verbreitung sowie über eine möglicherweise zu starke medikamentöse Behandlung diskutiert.
Die nun veröffentlichte Untersuchung, die von der Europäischen Arzneimittel-Agentur finanziert wurde, will diese Debatte nicht bewerten. Ziel sei es vielmehr, die Entwicklung der Verschreibungspraxis zu erfassen, um insbesondere die Versorgung und Lagerhaltung besser steuern zu können.
Seit 2023 besteht laut Studie für die wichtigsten ADHS-Medikamente – darunter Methylphenidat, Dexamphetamin, Lisdexamfetamin, Atomoxetin und Guanfacin – eine weltweite Knappheit, die durch die steigende Nachfrage weiter verschärft wird.
Besonders stark fiel der Anstieg der Verschreibungen im Vereinigten Königreich aus: Dort verdreifachte sich der Anteil der Bevölkerung, der innerhalb eines Jahres ein ADHS-Medikament erhielt, von 0,12 Prozent im Jahr 2010 auf 0,39 Prozent im Jahr 2023. Den höchsten Wert unter den untersuchten Ländern verzeichneten jedoch die Niederlande, wo 2023 rund 1,56 Prozent der Bevölkerung entsprechende Medikamente verschrieben bekamen. (belga/rt)

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