Gemeinsam mit dem Fachbereich für Pharmakologie der Freien Universität Brüssel (VUB) entwickelte das Unternehmen eine botanische Mischung, die einem alkoholfreien Bier das bislang fehlende „soziale Ritual“ verleihen soll, erklärt Firmengründer Bernard Degrève.
Wie in anderen Ländern mit ausgeprägter Brautradition sind alkoholfreie Biere – in Belgien gesetzlich definiert mit weniger als 0,5 Prozent Alkohol – die einzige Kategorie, die in den vergangenen Jahren gewachsen ist. Seit der Gründung im Jahr 2023 produziert Belgian Balance ausschließlich alkoholfreie Biere. Künftig soll das Sortiment drei Varianten umfassen: ein IPA, ein NEIPA sowie ein Ingwerbier. Alle drei werden mit derselben botanischen Mischung angereichert, die das Geschmackserlebnis vertiefen soll.
„Wir wollten nicht als Zauberlehrlinge auftreten und haben deshalb den Fachbereich für pharmazeutische und pharmakologische Wissenschaften der VUB einbezogen“, erklärt Degrève. Die Forscher legten auf Basis der Zutatenliste des Unternehmens die Dosierung fest.
Die Mischung besteht aus drei Hauptbestandteilen: rotem Ginseng, Grüntee-Extrakt und Magnesium. Diese Zutaten seien aufgrund ihrer langen Verwendung in Ritualen rund um Entspannung, geistige Klarheit und Verbundenheit ausgewählt worden, heißt es.
Degrève, der zuvor für mehrere große belgische Brauereien tätig gewesen war, beobachtete den rückläufigen Bierkonsum aus nächster Nähe. Die Qualität alkoholfreier Biere habe sich zwar deutlich verbessert, doch habe etwas gefehlt. „Der Geschmack war da, aber wir wollten auch eine Wirkung auf den Körper – dieses Gefühl der Entspannung, das Alkohol vermittelt“, so der Unternehmer. Substanzen wie CBD habe man bewusst ausgeschlossen und sich stattdessen der Pharmakologie zugewandt.
Für dieses Jahr rechnet Belgian Balance mit einem Absatz von rund 1.000 Hektolitern. Produziert werden die Biere in einer Brauerei in Westflandern.
In Belgien sind in den vergangenen Jahren weitere funktionelle Biere auf den Markt gekommen, etwa Thrive, das mit Proteinen oder Vitaminen (B und D) angereichert ist. Auch hier steht mit der Katholischen Universität Löwen (KU Leuven) ein universitärer Partner hinter dem Produkt. Nach Angaben des Initiators wurden seit der Markteinführung im Jahr 2021 rund 10.000 Hektoliter verkauft. (belga/rt)

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