Löwener Forscher entwickeln Bluttest zur frühen Krebsdiagnose

<p>Ein neu entwickelter Bluttest soll es ermöglichen, Krebserkrankungen früher und präziser zu erkennen.</p>
Ein neu entwickelter Bluttest soll es ermöglichen, Krebserkrankungen früher und präziser zu erkennen. | Illustrationsbild: picture alliance/dpa

Bislang werden Tumore in der Regel mittels Biopsie untersucht, bei der Gewebe oder Krebszellen entnommen und genetisch analysiert werden. Da dieses Verfahren bei bestimmten Tumorarten invasiv ist, wird seit Jahren an Bluttests zur Krebsdetektion geforscht.

„Nun ist es uns erstmals gelungen, mit einem einzigen Bluttest zwei Arten von Informationen zu erfassen“, erklärt Professor Joris Vermeesch, Genetiker am CME. Die neue Methode analysiert sowohl genetische Veränderungen – also Mutationen, die Krebs verursachen können – als auch epigenetische Veränderungen, die die Struktur der DNA betreffen.

„Diese DNA-Fragmente bilden gewissermaßen einen Fingerabdruck des Tumors“, so Vermeesch. „Die Kombination aus klassischer Mutationsanalyse und der Untersuchung der DNA-Fragmente macht den Test offenbar deutlich empfindlicher.“

Nach Angaben der Forscher könnte diese doppelte Analyse dazu beitragen, verschiedene Krebsarten präziser und in einem früheren Stadium zu erkennen. Allerdings seien noch weitere klinische Studien notwendig, um das Verfahren umfassend zu validieren.

Darüber hinaus eröffnet der Test neue Möglichkeiten, Therapien besser anzupassen, ihren Erfolg zu überwachen und Rückfälle früher zu erkennen, da er bei Patienten problemlos und regelmäßig wiederholt werden kann.

Die Entwicklung wurde durch eine Zusammenarbeit mit dem belgischen Pharmaunternehmen OncoDNA vorangetrieben, das die Technologie in ein marktfähiges Produkt überführen soll. Wann der Test breit verfügbar sein wird, ist noch offen. Erste Anwendungen in der klinischen Praxis werden jedoch bereits für Ende dieses Jahres erwartet. (belga/rt)

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